Donnerstag, 29. November 2012

Thai-Grünkohl-Kartoffel-Topf

Diese Woche befand sich der mit Spannung und einer gewissen Skepsis erwartete Grünkohl in unserer Gemüsetüte. Noch so ein Schreckgespenst meiner Kindheit, das es  - nur wegen meiner Oma - immer im Winter mit gruseliger Pinkelwurst gab!! Vegan oder nicht - wer bitte bekommt Lust und Appetit, wenn er den Namen "Pinkelwurst" hört? :-D Naja, es wird wohl Leute geben, auch wenn ich abgesehen von meiner Großmutter niemanden kenne! ;)
Um möglichst weit ab von meiner gruseligen Geschmackserinnerung zu sein, habe ich mich für eine thailändische Suppe mit Grünkohl entschieden und dabei auch gleich meine neue Currypaste ausprobiert. Ich brauchte einfach etwas zum Einheizen, das mir meine schlechte Laune über meinen Steuerbescheid wegbrannte! Scharf war die Suppe wahrlich - und ich danach wieder gut drauf. :) Suppe ist und bleibt eben Soul Food! ♥
Wer sie nachkochen will und die Paste noch nicht kennt, sollte vorsichtig dosieren und erst mal nur 1 Eßl. nehmen. Wer´s RICHTIG scharf mag, kann ja immer noch nachwürzen! :)



Zutaten für 4 Personen:
600g Kartoffeln
600g Grünkohl
1-2 Eßl. Panang Currypaste (befindet sich in einer lilafarbenen Dose und gibt´s im Asialaden)
2 Eßl. vegane Instantgemüsebrühe
1 Eßl. Sojasauce
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
2 Kaffir-Limettenblätter
Olivenöl zum Anbraten
Pfeffer
Jamie-Oliver-Gewürz*
gut 1,5 l kochendes Wasser
1 Becher Soja-Joghurt (optional noch für jeden Teller 1 Eßl. zusätzlich)

Zubereitung:
1. Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Grünkohl putzen und vom Strunk befreien. Die Blätter in Streifen schneiden.
2. Zwiebel und Knoblauch mit der Currypaste anbraten. Wenn alles glasig ist, den Grünkohl kurz mitanschwitzen. 
3. Dann die kochende Brühe angießen und die Kartoffeln hinzufügen. Alles mit den Würzzutaten abschmecken. Die Suppe wirkt sehr salzig, aber das gibt sich. Alles etwa 25 Minuten köcheln lassen. Die Kaffir-Limettenblätter entfernen. Den Joghurt unterrühren. Nochmals scharf abschmecken und gegebenenfalls mit einem Klecks Joghurt servieren.


*Man kann das Jamie-Oliver-Gewürz auch ersetzen: Dann einfach fein geschnittenen Ingwer (ca. 1cm) mitbraten. Genügend Schärfe hat die Suppe auch so! ;)


Euch allen einen guten Start ins erste Adventswochenende diesen Jahres! Juchhu! Macht´s euch schön und schaut doch mal ab dem 01.12.2012 bei Carola von twoodledrum vorbei: Bei ihr gibt es nämlich ab dann einen kulinarischen Adventskalender! :) Tolle Idee!

Euro Momo

Dienstag, 27. November 2012

Hausgemachte Sojamilch


Juchhu! Endlich habe ich mich auch dran gemacht und am heimischen Herd Sojamilch produziert. Und was soll ich sagen? Die hausgemachte Variante schmeckte Schatzi wie mir ausgesprochen gut - mal abgesehen davon, dass ich immer wieder einfach nur Glücksgefühle habe, wenn ich etwas selber mache, anstatt es nur zu kaufen. Oder seid ihr schon mal in Freudentaumel ausgebrochen beim Kauf von Sojamilch? 
Ganz sicher sind auch die Glücksgefühle (m)eine Motivation fürs Selber-Machen - mal abgesehen von Müllvermeidung und der Ersparnis. Für mich ist es keine Arbeit, sondern Entspannung und Freude pur. Nein, ich mache mich nicht über diejenigen lustig, die tagtäglich versuchen, Familie, Beruf, Selbstverwirklichung etc. unter einen Hut zu bringen! Sie haben meinen uneingeschränkten Respekt!
Mir fällt nur immer wieder auf, wieviel Zeit wir mit Geräten und Errungenschaften der modernen Technik versuchen einzusparen. (Um es klar zu sagen: Ich bin absolut nicht gegen Technik, solange sie dem Menschen und der Erde wirklich dient, uns nicht entfremdet und keinen Selbstzweck im Sinne von "Haben-Müssen" erfüllt.) Nur was tun wir denn mit all´ der gewonnenen Zeit? Leben und lieben wir tatsächlich mehr???
In dem Film "Arschkalt" mit Herbert Knaup (angucken!!) sagt der Vater des Hauptprotagonisten: ""Es ist nicht so, dass wir zu wenig Zeit haben - die Zeit, die wir haben, nutzen wir nur nicht richtig..." Mit "richtig" meinte er nicht das perfekte Zeitmanagement, sondern Zeit zum Fußball-Spielen mit seinem Jungen...

Kinder sind da klasse: Oder bist du schon mal einem Exemplar begegnet, das zu wenig Zeit hatte? Hoffentlich nicht! :-D Kinder sind eigentlich im Ursprung neugierig, wissenshungrig und begeisterungsfähig für soviel, das später im Erwachsenen-Dasein oft automatisiert abläuft: Da wird dann nicht mehr mit Liebe und aus Spaß gebacken, sondern weil man´s halt an Weihnachten macht. Schade! :-( Dabei ist es doch an uns, die Dinge, die wir tun, mit Liebe zu füllen oder in Erwägung zu ziehen, sie - welch ein Gedanke! - einfach zu lassen, egal was die Nachbarin, die Schwi-Mu, das eigene schlechte Gewissen so sagt! 
Im Selber-Machen entdecke ich ein Stück von meinem inneren Kind wieder. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich schon damals getüftelt und so allerlei zusammengebraut habe: Essen, "Medizintränke", "Kosmetik" - ganz egal: Hauptsache selber machen! ;) Ich wäre liebend gern bei einer Kräuterhexe in die Lehre gegangen, die mir die "einfachen Dinge des Lebens" hätte nahebringen können. Was das genau diese einfachen Dinge sein sollten, hätte ich nicht sagen können - ich hatte da einfach "nur" so eine diffuse Sehnsucht... 
Auf die Kräuterhexe warte ich noch heute! ;) An ihrer Statt habe ich mit Monya Pehlkes geling-sicherem Rezept vorlieb genommen, das ich genau so befolgt und mit Tipps und Hinweisen ergänzt habe. Danke Monya! :)


Zutaten:
1 Tasse getrocknete Sojabohnen (Ich habe die von Rapunzel genommen-> Bio und damit gentechnikfrei)
3-mal soviel frisches Wasser wie Sojabohnen und welches zum Einweichen (wenn ihr unsicher seid, was die Qualität des Wasser angeht: einfach filtern)
1 kräftige Prise Salz 
Agavendicksaft, Stevia oder Kokosblütenzucker (ich habe auf 1,5 Liter 1 Eßl. Agavendicksaft genommen, aber das ist natürlich Geschmackssache)
nach Geschmack etwas frische Vanillepulver* oder Kakao zum Verfeinern



Zubereitung:
1. Die getrockneten Sojabohnen 8 – 10 Stunden oder über Nacht in einer großen Schüssel mit Wasser quellen lassen. Das Wasser sollte mindestens 3-4 cm oberhalb der Bohnen abschließen, da sich das Volumen der Bohnen mehr als verdoppelt.

2. Anschließend die Bohnen durch ein Sieb abgießen und abspülen.


3. Zum Pürieren dieselbe Tasse, mit der du auch die Bohnen abgemessen hast, mit Wasser füllen. Dieses mit einer Tasse der gequollenen Bohnen im Mixer für zwei Minuten pürieren. Anschließend zwei weitere Tassen Wasser hinzugießen und nochmals eine Minute mixen. So weiter verfahren, bis die ganzen Bohnen püriert sind. Wer eine konzentriertere Milch (z.B. für Yoghurt) möchte, nimmt eine Tasse weniger Wasser.

4. Parallel kannst du ein Nudelsieb über einen großen Kochtopf hängen und dieses mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen. Die pürierten Sojabohnen hineingießen und alles gut ausdrücken. Es dauert etwas, bedingt durch den entstandenen Schaum. Diesen kann man mit einem Schaumlöffel abschöpfen und wegschütten. (Edit: Eine liebe Blogleserin - danke dir! - hat diesen Schritt hinterfragt, so dass ich nochmals recherchiert habe: In vielen Rezepten wird aufs Abschöpfen verzichtet. Allerdings kann ich bestätigen, dass das "Durchsieben" der Sojamilch schneller geht, wenn man den Schaum abschöpft. Entscheidet also selbst, ob ihr auf diesen Schritt verzichten wollt! Es geht definitiv auch ohne!) So weiterverfahren, bis das gesamte Bohnenpüree verbraucht ist. Übrig bleibt das Okara (s. unten bei "Hinweise und Tipps"), das du vorerst in eine seperate Schüssel abschöpfen kannst. Es empfiehlt sich, schon zwischendurch Okara abzuschöpfen, weil das Durchsieben sonst sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. 

Okara
5. Im Topf findet sich „Sojamilch“, die nun mit einer kräftigen Prise Salz aufgekocht wird. Anschließend eine Viertelstunde köcheln lassen. Währenddessen besser nicht weggehen, da die Sojamilch am Anfang öfter überkochen will. Immer wieder umrühren, damit sie nicht anbrennt und im Falle des Hochkochens kurz von der Herdplatte nehmen. Auch beim Kochen bildet sich meistens immer wieder Schaum und eine Haut. Beides immer wieder abschöpfen. 

6. Nach der Kochzeit kannst du die Sojamilch nach Geschmack süßen. Du solltest allerdings vorher überlegen, wofür du die Milch brauchst und es im Zweifelsfall mit dem Süßen nicht übertreiben. Das Selbe gilt für Geschmackgeber wie Kakao oder Vanillepulver*. Anschließend nochmals kurz durchmixen.

7. Nun kann die Sojamilch in Gläser mit Schraubverschluss oder in Glasflaschen abgefüllt werden, worin sie dann abkühlen kann. Oder aber du verarbeitest sie direkt weiter.

Hinweise und Tipps:
  • Laut der Rezepturheberin hält sich die Sojamilch geöffnet ca. 1,5 Wochen im Kühlschrank.
  •  Für die ganze Prozedur inkl. Abfüllen habe ich 1 Stunde (exkl. der Quellzeit) benötigt. Mit einer Soyabella oder einem vergleichbaren Gerät habt ihr weniger Arbeit - klar -, aber ich schätze die Entkoppelung von Maschinen und habe nicht gerne soviele Geräte rumstehen! Entscheidet selbst, ob sich die Anschaffung eines solchen Küchenhelfers für euch lohnt! 
  • Aus ca. 300g Bohnen (Rohgewicht) habe ich knapp 900g eingeweichte Bohnen und fast 2 ¾ Liter Sojamilch gewonnen. 
  • Darüber hinaus fielen ½ kg Okara ab, das fast soviel Eiweiss wie Tofu beinhaltet und reich an Ballaststoffen ist, sowie zudem Kalzium, Folsäure, Selen und Mangan enthält. Okara lässt sich durchaus roh einfrieren, allerdings empfiehlt sich die vorherige Verarbeitung zu Bratlingen, Mehl, Muffins, als Eiersatz, da sich sonst die Konsistenz verändert. Okara muss vor dem Verzehr gegart werden.  Im Kühlschrank ist es ca. 3-4 Tage haltbar. Dann beginnt es zu säuern und wird ungeniessbar. Okara schmeckt - ähnlich wie Tofu - sehr neutral und muss daher entweder gut gewürzt oder in Gerichte gemengt werden, die sowieso schon einen guten Eigengeschmack haben.
Bratlinge aus Okara
  • Achtung: Tut euch den Gefallen und weicht euer Arbeitsmaterial direkt ein, wenn ihr nicht Stunden danach noch mit Spülen beschäftigt sein wollt!!!
  • Die Sojamilch flockt wie gekaufte im Kaffee aus. Also nicht wundern. ;) Ist alles ok! 
  • Die Milch muss auf jeden Fall aufgekocht werden, sonst gibt es Bauchweh. 
  • Ihr könnt auch eine dickere oder dünnere Sojamilch produzieren - ganz nach Geschmack. 
  • Je nach Sojabohnensorte variiert der Geschmack der Milch natürlich. Sie schmeckt auch etwas anders als die gekaufte. Ihr müsst vielleicht ein wenig mit der Flüssigkeitszufuhr, den Geschmackgebern oder der Bohnensorte variieren. Wenn sie euch vielleicht zu bitter ist, könnt ihr mal versuchen, die Bohnen einen ganzen Tag lang einzuweichen. Manche Hersteller lösen auch die Haut (nach dem Einweichen). Das ist aber nach meinem Dafürhalten eine Heidenarbeit - in meinen Augen nicht wirklich verhältnismäßig. Wem der Geschmack zu sojalastig ist, könnte die Milch mit Mandelmilch o.ä. mischen. Ich hatte all´ diese Probleme nicht, erwähne es nur für den Fall der Fälle. ;)
Viel Spaß beim Nachbasteln und alles Liebe, 
Momo

Quellen:

Vegetarisch Rezept
Gesund genießen

Sonntag, 25. November 2012

Schupfnudeln mit Nicht-Rahm-Wirsing

Schupfnudeln standen schon Ewigkeiten auf meiner Kochliste, aber für mich sind sie einfach ein typisches Herbst- und Winteressen. Ich habe sie früher immer gerne mit Lauchgemüse gegessen, aber seit wir eine Gemüsetüte haben, "müssen" wir mit dem vorlieb nehmen, was der Biohof Bursch uns einpackt. Und das war vergangene Woche u.a. Wirsing, den ich seitdem umtänzelt habe, obwohl mittlerweile bereits eine neue Gemüsetüte eingetrudelt war...
"Schreckliche" Kindheitserinnerungen drängten sich mir auf: Bilder und Gaumenqualen, hervorgerufen durch völlig verkochten Wirsing. Mittlerweile weiß ich, dass ich mit meinem Leid nicht allein war, aber als Kind hatte ich das Gefühl, völlig verlassen zu sein, abgesehen eben vom doofen Wirsing auf meinem Teller! :-D
Aber es half ja nichts. Der Wirsing musste weg, denn Wegschmeißen kam nicht in Frage! Todesmutig machte ich mich dann gestern doch ans Werk. Nachdem Spinat und ich dank der Gemüsetüte vor Wochen nun doch ein Happy End gefeiert hatten, wollte ich auch dem unliebsamen Schreckgespenst Wirsing eine Chance geben.
Und hey: Überraschung: Scharf angebraten und knackig schmeckt er mir super-gut.
Und nun mein Aufruf an die Mamas und Papas, die unter der Gemüsephobie ihrer Kinder leiden: Erzählt ihnen niemals, sie seien schlechte Esser (selbst wenn es die Wahrheit sein sollte*g). Manchmal braucht es tatsächlich etwas Zeit, in anderen Fällen vielleicht auch einfach die richtige Zubereitungsweise, leckere Gewürze und v.a. Eltern, die selbst gerne Gemüse essen! :-D Und jetzt höre ich mal auf, "kluge" Elternratschläge zu geben und warte, bis ich mitreden kann bzw. selbst eine Mummy bin! ;) 
Außerdem waren wir beim Kochen! Zu den Schupfnudeln: Mein Großvater, Bäcker von Beruf, hat mich seinerzeit wirklich zur Verzweiflung gebracht mit seiner unkonkreten Mehlangabe, als ich ihn mal nach einem Rezept gefragt habe. Da kam noch nicht mal eine Annährerung an eine Zahl, sondern die Aussage: "Nimm soviel Mehl, wie es braucht!" Toll - ich wollte es doch ganz genau wissen!;) Tja, bei Rezepten wie diesen hier muss ich immer an dieses Gespräch denken und schmunzeln, denn Mehl und Kartoffeln sind tatsächlich lebendige Wesen, auch wenn mein Opi das damals nicht so ausgedrückt hat. Und aus diesem Grunde mache ich auch keine definitive Angabe, sondern sage nur soviel: "Nimm soviel Mehl, wie es braucht!" :-D


Zuten für 3 -4 Personen:
für ca. 40 Schupfnudeln:
700g Kartoffeln (gewicht inkl. der Schale)
30g Kartoffelmehl
roundabout 150g-250g Mehl (bei mir war es Weizenvollkornmehl)
Muskat
1/2 Teel. Salz
Pfeffer

für den Nicht-Rahm-Wirsing:
1 Wirsing à 600g (Gewicht bezieht sich auf den ganzen Wirsing mit Strunk und allem)
1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
2 Eßl. Zitronensaft
1/2 -3/4 Eßl. Instant-Gemüsebrühe (vegan)
1/2 Teel. Rauchsalz
Olivenöl zum Anbraten
1/2 Packung Räuchertofu
1 Eßl. Agavendicksirup
100ml Pflanzensahne
Salz 
Pfeffer

Zubereitung:

1. Für die Schupfnudeln Pellkartoffeln kochen.
2. Währenddessen den Wirsing putzen, vierteln, jeweils den Strunk entfernen und jedes Viertel nochmals teilen. Schmale Streifen abschneiden und in zwei Portionen in einer Pfanne scharf anbraten. Mit Gemüsebrühe würzen (lieber erst weniger und später noch nachwürzen!). Alle weiteren Zutaten (abgesehen von Rauchsalz, Tofu, Zwiebel und Knoblauch) dazugeben. Auf niedriger Flamme durchziehen lassen. Je nach Gusto lasst ihr den Wirsing kürzer (5 Minuten) oder länger (bis zu 15 Minuten) durchziehen.
3. In einer seperaten Pfanne kleine Räuchertofuwürfel mit fein gehackter Zwiebel und ebensolchem Knoblauch anbraten. Mit Rauchsalz würzen und kurz vor dem Servieren zu dem Wirsing geben.
4. Die Kartoffeln kurz abschrecken, pellen und mit einem Kartoffelstampfer zerstampfen bzw. durch die Kartoffelpresse geben. Kommt nicht wie ich auf die Idee, letztere zu verschenken - mit einer Gabel ist das eine Heidenarbeit!!!
5. Kartoffelmehl, Salz, Pfeffer und Muskat zu der Kartoffelmasse hinzufügen und vorerst 150g Mehl einarbeiten. Falls nötig eßl.-weise Mehl nach und nach hinzufügen, bis sich der Teig gut kneten lässt und nicht mehr klebt.
6. In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und salzen.
7. "Wurstfinger"-große Schupfnudeln mit bemehlten Fingern formen. 
8. Diese in 2-3 Durchgängen in dem simmernden Wasser ziehen lassen. Wenn sie hochsteigen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und kurz abtropfen lassen. Dann in reichlich Olivenöl gold-braun anbraten und mit dem erwärmten, nochmals abgeschmeckten Wirsing servieren.








 
Euch einen guten Appetit und alles Liebe,

Momo

Samstag, 24. November 2012

Cashew-Frischkäse

Schon ganz zu Beginn meiner Vegan-Zeit begegnete mir an allen möglichen Stellen die Idee, Frischkäse aus Cashew-Kernen zu machen. Ich habe mich bislang etwas gescheut, weil mein Profi Cook für Smoothies und dergleichen zwar toll ist, aber bei Zutaten, wie für veganen Käse verlangt, viel Lärm um nichts macht, d.h. viel Sauerei ohne zufriedenstellendes Ergebnis. Meinem Pürierstab habe ich es schlichtweg nicht zugetraut, eine homogene Masse herzustellen. Aber es ließ mir keine Ruhe und ich wollte es doch mal - ohne Neuanschaffung - ausprobieren. Und so gab ich meinem Stabmixer am Sonntag die Chance, sich unter Beweis zu stellen. Und er ließ mich nicht im Stich. Wenn ihr einen sehr guten Mixer habt, könnt ihr euch das Einweichen über Nacht sicherlich sparen. Ich bin lieber auf Nummer sicher gegangen und bin frisch verliebt:



Zutaten:
100g ungesalzene Cashewkerne oder Cashewbruch (Bioladen)
4 Eßl. Wasser und welches zum Einweichen
2 Eßl. Zitronensaft
1 Eßl. Tahin
1/2 Teel. Knoblauchgranulat oder 2 Knoblauchzehen
1/2 Teel. Rosmarin
1/2 Teel. Thymian
1/2 Teel. Salz
Pfeffer

Zubereitung:
1. Cashewkerne über Nacht in Wasser einweichen.
2. Die Cashews mit dem Zitronensaft und dem Wasser mit dem Pürierstab zu einer homogenen Masse pürieren - Vorsicht: Spritzgefahr! Wer einen wirklich guten Mixer hat, kann es auch damit versuchen - aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt! ;)
3. Alle restlichen Zutaten hinzufügen bzw. nach Geschmack würzen. 


Wie würzt ihr euren Cashew-Frischkäse? 


Alles Liebe und ein wunderschön-gemütliches Wochenende,
Momo

Freitag, 23. November 2012

Mission Hautsache - Bilianz vom 23.11.2012

Es scheint Ewigkeiten her, seit ich Mitte August mein Projekt "Mission Hautsache" ins Leben gerufen habe - vorerst auf drei Monate begrenzt. Tatsächlich geboren wurde es bereits vor 15 Jahren, dauert also bereits mein halbes Leben...

Schau´n wir mal zurück, was sich getan hat seit August:
 
Entspannung und Sport:
- Leider bleibt die Entspannung immer wieder mal auf der Strecke und ich "muss" mich leider immer mal wieder aufraffen, mir auch Zeit für mich zu nehmen und dafür, um abzuschalten. Mein Geist ist immer rege, interessiert und auf der Pirsch. Aber ich möchte mir selber gegenüber auch milde sein: Es ist immer wieder ein neuer Anfang möglich. Ich habe gemerkt, dass mir 15-20 Minuten Entspannung auf dem Bett nach der Arbeit gut tun, wenn ich sie regelmäßig und rechtzeitig mache. Ich muss möchte mich nur immer wieder neu ermuntern, das auch zu tun.
- Ich habe darauf gedrungen, einen Aufgabenverteilungsplan ins Leben zu rufen, um meinen Kopf frei zu bekommen - so die Theorie.;)
- Das Sonnenstudio ist weiterhin meine Brücke ins Wochenende - ich genieße dieses Freitagsritual immer sehr!
- Mein Systema-Trainer ist krank - bis ins neue Jahr. Das bedeutet, dass ich mir etwas zur Überbrückung suchen möchte. Vielleicht besuche ich einfach mal wieder meinen alten Yogakurs?!

Ernährung und innere Anwendungen.:
- Ich lebe natürlich weiterhin vegan, habe aber meinen Sojakonsum reuziert - im Hinterkopf, dass Problemhaut häufig auch durch Soja verursacht wird. Das allein ist es aber nicht, denn mit 15 wusste ich gerade mal, wie man Soja schreibt.;)
- Meine Bierhefekur habe ich bis auf Weiteres nach 3 Monaten abgebrochen. Hat sie was bewirkt? Hm...
- Ich trinke immer noch viel, jedoch nicht mehr soviel von dem Maria-Treben-Tee , dafür aber viel Wasser.
- Ansonsten habe ich vor einigen Wochen auf Gemüse und Obst aus ökologischem, weitestgehend regionalem Anbau umgestellt, und verzichte weitestgehend auf Produkte mit Palmöl. Eine direkte Veränderung kann ich nach so kurzer Zeit noch nicht daraus ableiten. Der Palmöl-Verzicht wirkt sich natürlich auch auf meine Kosmetik aus:

Kosmetik:
- Meine Alterra-Pflege-Linie (mit Palmöl) für empfindliche Haut wird demnächst verschenkt. Ich reduziere im Kosmetikbereich grade sehr bzw. verlagere mich immer mehr aufs Selber-Machen. Inwieweit das meiner Haut gut tut, kann ich noch nicht absehen, aber innerlich atme ich auf. 
Minimalismus bedeutet für mich nicht, mich nicht zu pflegen. Im Gegenteil übertrage ich nur ein Lebensprinzip auf diese Ebene, das besagt, dass weniger manchmal mehr ist: Wo ich als Mensch empfindsam auf Tempo, Schnelllebigkeit und Stress reagiere, tut es auch meine Haut. Deswegen auch hier: Zurück zu mehr Einfachheit. Das sieht bislang folgendermaßen aus:
+ morgens und abends statt Seife/ Waschgel o.ä. zur Reinigung Kastaniensud mit einem Waschlappen nutzen. Klingt verrückt, aber wie bereits in diesem Beitrag dargelegt enthalten Kastanien waschhaltige Substanzen. Und da ich sowieso ständig Sud ansetze, war ich dankbar für den Tipp in meiner Selbstrührgruppe.
+ Alternatives Gesichtswasser nach der Reinigung: 2 Teile Wasser und 1 Teil Apfelessig in einem Töpfchen mischen und etwas davon mit einem Microfasertuch (z.B. von Rival de Loop aus dem Rossmann) auftragen.
+ morgens verwende ich noch meine Alterra Gesichtscreme, abends hauchdünn Olivenöl. Das Verblüffende zu Letzterem: Meine Haut ist weniger ölig als sonst!! Die Créme selbst werde ich, wenn ich das Gefühl habe, so weit zu sein ebenfalls ersetzen und schauen, was passiert.
+ 2-3 mal in der Woche rühre ich mir aus Wasser, wenig ätherischem Teebaumöl und Luvos Heilerde eine Gesichtsmaske.

Last but not least: Psychohygiene:
Ich muss gestehen, das mir die 3-Monatsvorgabe bei meinem Projekt ganz schön Druck gemacht hat. Leistungsorientiert, wie ich geprägt wurde und immer noch oft meistens ticke, wollte ich natürlich "abliefern" - im Optimalfall eine Haut wie die eines sauberen (!) Babypopos.
Tja, und da hat mir meine Haut einen Strich durch die Rechnung gemacht! Wirklich bemerkenswert: Ich bin ein Mensch, der immer wieder dazu neigt, nach der Devise zu leben, dass von viel (Mühe, Disziplin und Energie) viel kommt, auch wenn er eigentlich weiß, dass man nicht alles mit dem eigenen Willen errreichen kann. Im Gegenteil steht ein zu großer Wille (zumindest mir) oft im Weg, wenn es um persönliche Zufriedenheit und Veränderung von unliebsamen Gewohnheiten geht. Wahrscheinlich würden mir jetzt viele Menschen widersprechen, denn im Abendland zählen ja Disziplin, "Zusammenreißen" und Willenskraft sehr viel. Und sie bewegen auch einiges. Das durfte ich immer wieder festellen. 
Ackern, Kämpfen, Machen. Wir wissen ja, wofür. Und am Ende der begehrte Goldtopf! (Ähm, was sollte nochmals drin sein?) Und wenn wir dann da sind, wartet da ein neuer Goldtopf, kennen wir doch schon. 
Meistens im Morgen (beim Ziel nämlich), steht hängt man nicht selten irgendwann da und ist völlig k.o., weil man sich vor lauter Anstrengung selbst überrannt und dabei die Blumen am Wegrand übersehen hat. Nichts scheint mehr zu gehen. Und das ist wohl der Punkt, um loszulassen und aufzuhören zu kämpfen.
 
Vor einigen Wochen bin ich über einen Satz von Werner Bock gestolpert, der nicht nur für meine Haut gilt. Eigentlich könnte ich ihn mir an die Stirn - besser noch: überall hin - tackern, damit sicher ist, dass ich spätestens alle zwei Minuten daran erinnert werde:

"Was ist, darf sein. Was sein darf, kann sich ändern!" 

Klingt einfach. Ich wiederhole es nochmals:

"Was ist, darf sein. Was sein darf, kann sich ändern!" 

Übertrag das mal auf deine "Problemhaut"! Merkst du was? Genau - und jetzt lass das mal sacken. Tu ich auch! - Insofern: Scheiss auf die 3 Monate!!!

Alles Liebe, Momo

Donnerstag, 22. November 2012

Vegan Wednesday 21.11.2012

 

Himmel, jetzt hätte ich den dieswöchigen Vegan Wednesday beinah schon in den Dezember gelegt. Kaum zu glauben, aber nur noch ein guter Monat und dann ist Weihnachten...
In der letzten Woche habe ich mir mal Frei vom Vegan Wednesdy gegeben - ich hatte einfach keine Lust die Kamera auszupacken und zu bloggen! :) Natürlich habe ich dennoch das Pinterest-Board mit den Beiträgen der anderen Teilnehmer bewundert. Und diese Woche, in der Carola hier die Mittwochsbeiträge einsammelt, bin ich ja wieder mit von der Partie.:)

Wie immer bescherte uns Mr. Profi Cook einen leckeren Smoothie. Er zauberte uns einen Drink aus Orange, Kiwi und Banane. Da er bislang immer im Schatten werkelte, sei ihm hier einmal das Rampenlicht gegönnt:

Bild: Ralph Conway

Dazu gab es das obligatorische Vollkornbrot, mit Xeixamehl und Haselnüssen gebacken. Aldi musste in der letzten Woche meinen fast gänzlich verhinderten Aufstrich-Produktionstag auffangen: Auf der Stulle befanden sich Veggie Aufschnitt und Gourmet-Aufstrich "Paprika-Zucchini-Tomate". Immerhin habe ich es noch geschafft, eine Cashewcrème zu fabrizieren - ein Pilotprojekt, dessen Ergebnis wir beide sehr lecker fanden.
 
Nachmittags machten wir es uns mit Tee und Studentenfutter vor dem Kamin gemütlich und diskutierten das nicht ganz so gemütliche Projekt "Aufgabenverteilung im Hause R. & C."! Doch heraus kam eine Lösung, die ab sofort bis auf Weiteres in Kraft tritt: ein hoffentlich gerecht verteilter Aufgabenplan - ähm, das sieht z.B. so aus, dass ich den Wocheneinkauf machen darf, während Schatzi spült...

 

Danke, Schatzi, an dieser Stelle - dass du das übernimmst, aber v.a. für die letzten wunderschönen zweieinhalb Jahre, für tausende Kleinigkeiten, die mir die Welt bedeuten, dafür, dass du immer an meiner Seite bist, für deine Liebe, dafür, dass wir zueinander passen und du einfach und wunderbar du bist! You are still the one, I want!  

Ok, ich hör ja schon auf bzw. mache privat weiter! Die Projektbesprechung nahm soviel Zeit in Anspruch, dass es nicht wie geplant Börek mit Wirsing gab, der dann so ausgesehen hätte:


...sondern schnelle Tofu-Kräuter-Knacker von Taifun - nein, die Mission Lieblingsbratwurst gesucht wurde noch nicht erfolgreich abgeschlossen, wenngleich wir ganz viele tolle Vorschläge bekommen haben, die wir nun nach und nach ausprobieren werden. Vielen Dank für eure Hilfe! Und wenn ihr noch einen ultimativen Bratwursttipp habt: Immer her damit! Die Würste von heute waren sehr weich, geschmacklich ok, aber kein Burner! Dazu bewies Schatzi seine Kochtalente, die er zeitweise in Abrede stellt, und fabrizierte super-leckere Bratkartoffeln mit Räuchertofu. Außerdem wollte der Radicchio aus der Gemüsetüte noch verarbeitet werden.

Und nun werd ich mich zusammenreißen und nicht vor Sonntag bei den anderen Beiträgen linsen. Naja gut, bei einer Teilnehmerin hab ich schon gespickt! :-D

Vielleicht seid ihr ja nächste Woche auch dabei, wenn es wieder heisst: "Es ist Vegan Wednesday!" Neue Blogs sind immer willkommen! :-)

Alles Liebe und euch eine schöne Restwoche,

Momo

Mittwoch, 21. November 2012

Geräucherte Lauchlasagne

Auch an den Gerichten, zu denen es mich momentan zieht, merke ich: Es ist Herbst und so sieht auch mein veganes Tellerchen momentan aus: eher rustikal, deftig, bodenständig, weniger Schi-Schi! :-) Und gleichzeitig zum Reinlegen - wie der November auch!



Zutaten für 3-4 Personen:
eifreie Lasagneplatten
3 Stangen Lauch
3 Knoblauchzehen
1/2 Block Räuchertofu
300ml Pflanzensahne
Rauchsalz
3/4 Teel. Gemüsebrühe (vegan)
1 Eßl. Zitronensaft
Pfeffer
Paprika, edelsüß
3/4 Teel. Senf
Ölfür die Auflaufform und zum Anbraten

für den Hefeschmelz:
1 Teel. Senf
1 Teel. Shiro Miso
150ml Wasser
 2 Eßl. Öl
3 Teel. Mehl
4 Eßl. Hefeflocken
1/4 Teel. Kurkuma
1 knapper Teel. Salz


Zubereitung:
1. Für den Hefeschmelz das Öl erhitzen. Alle trockenen Zutaten mischen, dazugeben und rühren. Dann folgen die restlichen Zutaten. Wem der Hefeschmelz zu dickflüssig ist, kann noch etwas Wasser hinzufügen.
2. Den Räuchertofu in bacon-große Würfelchen schneiden und in wenig Öl seperat anbraten.
3. Den Lauch in Ringe schneiden, den Knoblauch fein hacken. Beides in Öl glasig andünsten. Mit Pflanzensahne aufgießen und mit den restlichen Zutaten "rauchig" abschmecken. Einige Zeit abgedeckt durchziehen lassen. Den Räuchertofu unterrühren und zum Ende nochmals abschmecken.
4. Eine Auflaufform ausfetten und mit Lasagneplatten auslegen. Dann mit Lauch-Sahne-Masse bedecken, wiederum Platten drauf usw., bis die Lauch-Sahne-Masse verbraucht ist, die abschließen sollte. Darüber den Hefeschmelz geben und gleichmässig verteilen.
5. Bei 180°C in ca. 40 Minuten goldbraun backen.


Euch und uns weiterhin einen kuscheligen, behaglichen Herbst und alles Liebe!

Momo
 

Dienstag, 20. November 2012

Börek mit Spinat und (Tofu-)Feta


Bei  Gourmandises végétariennes stieß ich in der vergangenen Woche auf Börek mit Spinat und Feta! Mhhhhhh! Den hatte ich schon so lange nicht gemacht - aus offensichtlichen Gründen! Passend zur frisch geborenen fixen Idee, eben diesen zu veganisieren, fand sich dann am Freitag Spinat in meiner Gemüsetüte
Relativ schnell war klar, dass ich den Feta aus Tofu, mediterranen Kräutern, Zitrone und Öl machen würde. Nur waren reine Tofuwürfel doch etwas öde. Eine Crème wollte ich auch nicht. Hm - vielleicht braten? Ne! - Feta aus dem Ofen? Hm, das könnte was werden. Dr. Google befragt, stieß ich auf diesen Blogpost und fühlte mich ermuntert! Das Ergebnis war klasse! :)


Zutaten für 2 Personen:
für den (Tofu-)Schafskäse:
1/2 Block Naturtofu
1,5 Eßl.Olivenöl
1/2 Teel. Basilikum
1/2 Teel. Oregano
1/2 Teel. Thymian
1/4 Teel. Rosmarin
1 Eßl. Zitronensaft
3/4 Teel. Salz
Pfeffer

für den Spinat:
1 frischer Spinat (ersatzweise 2 Packungen TK-Blattspinat)
1 Zwiebel
4 Knoblauchzehen
3/4 Teel. Pul Biber (im türkischen Lebensmittelladen erhältlich) oder Chiliflocken
1 Eßl. Zitronensaft
3/4 Teel. Gemüsebrühe
Pfeffer
Salz
Öl zum Anbraten und Bepinseln der Börek

ca. 6-9 Scheiben Yufkateig* 

Zubereitung:

Foto: Ralph Conway
1. Alle Marinadezutaten für den (Tofu-) Schafskäse in einer kleinen Auflaufform verrühren. Den Tofu in kleine Stücke schneiden (kleiner als normale Fetawürfel) und zu der Marinade geben. Alles miteinander verrühren und im vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 30-40 Minuten backen, bis der Tofu goldbraun ist. Zwischendurch umrühren. Wenn sie fertig sind, mit einer Gabel zerdrücken:



Foto: Ralph Conway
2. Währenddessen Spinat putzen und in mundgerechte Stücke zupfen. Zwiebel und Knoblauch feinhacken und im Öl glasig andünsten. Dann den Spinat und die restlichen Zutaten hinzufügen und bei niedriger Hitze fertig garen.

Foto: Ralph Conway
3. Eine Yufka-Teigplatte auf die Arbeitsfläche legen. Je nachdem, wie groß sie ist, könnt ihr sie einmal durchschneiden. Mit wenig Wasser mittels einer Dosierflasche besprühen oder mit den Fingern vorsichtig benetzen, v.a. auch an den Rändern. Die nächste Platte drauflegen und ebenfalls besprühen. Dies mit einer dritten Lage Teig wiederholen. Nun wie auf dem Bild rechts die Hälfte vom Spinat auf den Teig geben, dabei rechts und links einen großzügigen Rand stehen lassen. Dann die Hälfte des "Fetas" drüber geben. Dann wird jeweils von links und rechts der Teig über die Füllung geklappt und dann von unten her aufgerollt. Seid dabei wirklich vorsichtig, sonst reißt der ganze Spaß. Sollte das passieren, einfach eine neue Lage Yufkateig bepinseln, den Unglücksraben drauf tun und das Einrollen wiederholen.
4. Einen 2. Börek herstellen gemäß Schritt 3.
5. Beide Böreks auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech platzieren und mit Öl bepinseln. Bei 220°C 10-15 Minuten backen, bis die Börek goldbraun sind. Das geht sehr schnell, also bitte den Ofen im Auge behalten. ;) 


Foto: Ralph Conway



* Tipps, Hinweise und Varianten: 
1. Yufkateig ist in verschiedenen Größen und Versionen im türkischen Lebensmittelgeschäft erhältlich. Ersatzweise könnt ihr veganen Strudel- oder Filoteig aus dem Supermarkt nehmen - einfach mal in der Kühltheke schauen!
2.Yufkateig lässt sich natürlich auch selbst herstellen. Allerdings braucht es dazu wirklich etwas Übung, da er papierdünn sein und ähnlich wie Strudelteig ausgezogen werden muss. Ein Rezept findet ihr z. B. hier!
3. Bei Yufka-Teig ist Vorsicht im Umgang angesagt, sonst reisst der ganz schnell!
4. Der Teig lässt sich prima portionsweise einfrieren - ganz sinnvoll, je nachdem, was ihr für eine Packungsgröße erwischt. Es hat ja nicht jeder eine türkische Großfamilie... :-D
5. An eurer Stelle würde ich gleich mehrere Böreks zubereiten und sie gegebenenfalls am nächsten Tag nochmals (gerne auch kalt) servieren, da die Zubereitung doch etwas aufwändiger ist. Auch als Partyessen ist es mal etwas Anderes!
6. Denkbar sind natürlich auch andere Füllungen - klassisch sind nur "Feta" oder Sojahack, andere leckere Gemüsesorten... Der Fantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt!
7. Vielleicht ist aber auch eine süße Variante gefällig und ihr habt keine Lust, den Teig für z.B. Apfelstrudel selbst zu machen? Dann ist Yufkateig der richtige Ansprechpartner!
8. Die Zubereitungsweise des Tofu-Feta ist nicht gerade stromsparend. Insofern nutzt die Hitze und verbindet die Herstellung doch einfach mit dem Backen eines Auflaufs o.ä..


Guten Appetit wünscht euch 
Momo

Donnerstag, 15. November 2012

Orient meets Okzident - oder: Eine Ode an mein Lieblingsgemüse

Was würde ich nur ohne Möhren machen? Schon als Kind habe ich täglich mehrere davon verputzt, und auch heute noch schaff´ ich in der Woche locker 3 Kilo. Nebenher wohlgemerkt! 
Nougat, Marzipan, Schokolade, Pralinen? - "Ähm, nein danke, ich nehm lieber ne Karotte. Und nein - meine Eltern haben mir Süßigkeiten nicht verboten." Manchmal frage ich mich, ob es auch Möhroholiker gibt... Naja, geschadet haben mir meine Möhrchen bislang jedenfalls noch nicht, und ich könnte ja jederzeit aufhören... :-D 
However - ich wollte heute mal was Anderes zu Gnocchi haben wie die typisch italienischen Begleiter. Mein Blick fiel auf meinen Vorrat an Möhren. Warum nicht mal eine asiatische Sauce zu fabrizieren?
Vordergründig kommt das Ergebnis erst mal sehr mild daher - die Schärfe kommt im Abgang! Aber würzen kann ja jeder, wie er mag. Uns hat es auf jeden Fall sehr geschmeckt! Safran würd´ sich bestimmt auch toll darin machen, aber der war net vorhanden - meine Gewürzeleidenschaft in Ehren, aber bei Safran habe ich bislang noch immer den Sparfuchs raushängen lassen. Aber ich bin mir sicher, dass selbst Safran - Dekadenz hin oder her - irgendwann doch noch in meinem Enkaufsbeutel landen wird. ;)

Bild: Ralph Conway

Zutaten für 2 Personen:
2 mittelgroße Möhren
1 mittlere Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Teel. Instant-Gemüsebrühe (vegan)
100ml Pflanzendrink
150ml Pflanzensahne
2 Teel. Sojasauce (vegan)
2 Teel. Reisessig
reichlich Jamie-Oliver-Gewürz*
2 Nelken
3 Pimentkörner
einige kräftige Umdrehungen mit der Muskatmühle
Salz 
Pfeffer 
Öl zum Anbraten
1 Gnocchi-Rezept (andere Pasta geht natürlich auch)

Zubereitung:
1. Die Gnocchi gemäß Rezept vorbereiten , aber noch nicht garen.
2. Zwiebel und Knoblauch fein hacken, die Möhre schälen und fein raspeln. 2 Eßl. Möhren beiseite stellen. Die übrigen mit Zwiebel und Knoblauch in Öl andünsten. Wenn die Mischung glasig ist, die Gemüsebrühe und den Pflanzendrink hinzufügen und auf niedriger Flamme einige Minuten durchziehen lassen. Dann glatt pürieren und durch ein Sieb streichen. Die Reste im Sieb zu nem Aufstrich verarbeiten, auffuttern oder wegschmeißen. :-D
3. Die verbliebene Sauce mit Pflanzensahne aufgießen. Alle Gewürze bis auf die Nelke fein mörsern und mit der Nelke, dem Essig, der Sojasauce und den verbliebenen Möhrenraspeln hinzufügen. Alles auf niedriger Flamme simmern lassen. Nelke vor dem Servieren entfernen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
4. Wasser aufkochen und die Gnocchi in simmerndem (nicht kochendem!!) Wasser garen. Wenn sie hochsteigen, sind sie fertig.
5. Mit der Sauce servieren.


*Man kann das Jamie-Oliver-Gewürz auch ersetzen: Dann einfach fein geschnittenen Ingwer (ca. 1cm) mit Zwiebel, Knoblauch und Möhren mitbraten und später mit was leicht-Scharfem würzen.


Alles Liebe, 
Momo

Mittwoch, 14. November 2012

Gelbe Erbsencrème

Post Nr. 101 geht hiermit raus ins Cybernet! :) Soviel Zeit bereits vergangen? Es scheint so. Wenn ich mir all die Veränderungen im letzten halben Jahr anschaue, wird mir fast etwas schwindlig. :) Wie gut, dass jetzt die dunkle, ruhigere Zeit des Jahres herangebrochen ist - Zeit zum Entspannen, Verarbeiten, Integrieren und dazu, aufzutanken und neue Inspiration zu schöpfen...
Am Sonntag war Brot-Back- und Aufstrichtag - wie meistens! Neben Vollkornbrot aus mallorquinischem Xeixamehl (Näheres zum Xeixamehl findet ihr hier), rauchiger Kidneybohnencrème und Soja-Frischkäse entstand dieser fix angerührte, mediteran inspirierte Brotbelag aus gelben Erbsen!


Zutaten für 2,5 kleine Einmachgläser:
1 große Dose (mit 580ml Aptropfgewicht) gelbe Erbsen mit Suppengrün
2 Eßl. Röstzwiebeln
2-3 Knblauchzehen
2 Eßl. Olivenöl
1 Eßl. Zitronensaft
1 Teel. Instant-Gemüsebrühe (vegan)
100ml Wasser
1 Teel. Rosmarin (gemahlen bzw. getrocknet)
1 Teel. Shiro Miso (Asialaden/ Alnatura)
2 Eßl. Hefeflocken
Salz 
Pfeffer

Zubereitung:
1. Die Erbsen abtropfen lassen.
2. Die Knoblauchzehen durch die Presse drücken und in dem Öl andünsten und mit allen übrigen Zutaten fein pürieren. Pikant abschmecken (Achtung - Salz zieht noch etwas ein - eher ein wenig großzügig sein!).


Tipp: Wenn ihr keine Familie habt, könnt ihr einen Teil der Paste auch prima einfrieren, verschenken oder zu Bratlingen verarbeiten. Dazu einfach Paniermehl, Gluten (und/ oder Soja-/ Kichererbsenmehl - je nachdem, was da ist), gehackte Zwiebeln und Zutaten nach Wahl mit der Paste zu einer Bratlingmasse verarbeiten, die nicht auseinanderfällt, und Bratlinge ausbacken. Diese gegebenenfalls vorab panieren.


Alles Liebe, 
Momo

Dienstag, 13. November 2012

Produkttest: Mock Duck

Dank meiner lieben Tauschpartnerin C. bin ich nun auch  endlich in den Genuss von Mock Duck (Fakeente aus Saitan) gekomme. Sie hat mir sogar zwei Dosen eingepackt, so dass ich gleich zweimal in den Genuss kam und zwei verschiedene Gerichte ausprobieren konnte. Da ich keinen Aisaladen direkt um die Ecke habe und um das Pendant von Vantastic Foods bislang herumgeschlichen bin, war ich ihr dafür sehr dankbar, weil ich schon so viel Gutes darüber gehört habe.
In einer Dose sind 280g Mock Duck enthalten. Wie ich seit eben weiß, gibt es diese nicht nur im Asialaden (für round about 1,79€), sondern auch in der 4er-Packung bei Amazon
Die Dose hat keinen so benutzerfreundlichen Verschluss, aber so what: Einen Dosenöffner hat ja eigentlich jeder... 
Dieses Mock Duck von Wu Chung besteht aus gebratenem Gluten (Weizengluten, Wasser, Sojabohnenöl), Sojasauce (Sojabohnen, Weizen, Wasser, Salz), Zucker, Salz und Sojabohnenöl (laut Packung). 
Kreyenhop & Kluge importieren Mock Duck aus Taiwan und andere Produkte nach Deutschland. Ich war natürlich interessiert, wie es sich mit der Gentechnik verhält und war froh, auf den Hinweis zu stoßen, dass es gentechnikfrei ist, ebenso wie Produkte von Three Coconut Tree und Au-Lac (bei beidem handelt es sich um eine ungesicherte Auskunft bei Facebook, für die ich nicht garantiere!). Juchhu! Eine Antwort seitens des Importeurs bezüglich der Herkunft der Sojabohnen erwarte ich noch.

Das Mock Duck schwimmt in einer Brühe, ist leicht vorgewürzt und sieht rein optisch sehr nach Ente aus. Wir haben es ausgedrückt und in kleine Streifen geschnitten. Wer es pur und ohne Sauce genießen will, sollte es vor dem Braten marinieren. Wir haben dafür Sojasauce, etwas Knoblauch und Reisessig verwendet - aber der Fantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt. 

Es empfiehlt sich, das Mock Duck seperat scharf anzubraten und später zum Rest des Gerichts zu geben, damit es knusprig bleibt. Das haben wir beim ersten Mal falsch gemacht, so dass es etwas "latschert" war. Aber richtig zubereitet - Leute: ein Gedicht, WENN ihr Entenaroma mögt. Es schmeckt eindeutig nach Ente und ist auch von der Textur und Faserigkeit wie angebratene Entenbrust (bis auf die fehlende Haut!). 

 
Wir haben daraus zum Einen ein Thai-Curry mit Mangold gemacht, was schon sehr lecker war (trotz nicht so knuspriger Ente). Bei den Wraps
wussten wir es schon besser (siehe Bild oben und unten). Da war das Mock Duck perfekt angebraten und so täuschend echt im Geschmack, dass Schatzi ernsthaft fragte, ob es auch ganz bestimmt kein echtes Fleisch sei! ;)


Der Inhalt einer Dose reicht für ein 2-Personen-Curry super aus. Für die Wraps war es auch ok. Wer aber großen Hunger hat, sollte vielleicht direkt noch eine Dose verbraten.
Bereits erprobt und für gut befunden (wenn auch nicht von uns) ist die klassisch-deutsche Ente mit Rotkohl, Klößen und Sauce. Dafür würde ich aber wohl wahrscheinlich doch eher diese Veggie-Enten-Filets von Vantastic Foods nehmen, da es sich dabei um größere Filets handelt, aber das ist ja jedem selbst überlassen.

Fazit: Dieses Ersatzprodukt verdient geschmacklich ganz klar eine glatte 1. Inwieweit es unter sozial vertretbaren Bedingungn entstanden ist, kann ich nicht beurteilen. Wer da unsicher ist, sollte vielleicht eher das ebenso gentechnikfreie Mock Duck von Vantastic Foods nehmen, zu dessen Geschmack ich allerdings nichts sagen kann.


Alles Liebe, 

Momo

Montag, 12. November 2012

Produkttest: Tuna (Vantastic Foods)

Der Tuna hat ein paar Wochen in unserem Kühlschrank darauf gewartet verbraten zu werden, doch vor zwei Tagen sollte es schnell gehen und was lag näher als Pasta mit (veganem) Thunfisch? Zumal das Rezept der Tochter meines Freundes, noch darauf wartete, nachgekocht zu werden!
Doch vorab erst mal ein paar Details zum Tuna:

Die 300g-Packung erstand ich für 5,60€ im "Goldene Zeiten" (einzige Kölner Adresse für vegane Lebensmittel). Vegan Wonderland bietet die Packung bereits für 4,95€ an.
Der Veggie Tuna von Vantastic Foods kommt natürlich ohne Gen-Soja und Glutamat aus und besteht aus folgenden Inhaltsstoffen:
Sojaeiweiß, Wasser, Sojaöl, Stärke, Zucker, Salz, Gewürze

Wer sich für die Nähr- und Brennwerte interessiert: Auf 100g kommen 16,3g Eiweiß, 12,2g Kohlenhydrate und 5,9g Fett, sowie 168kcal.
Er eignet sich für Tunfisch-Sandwiches, als Pizzabelag, für Pastasaucen, Thunfischsalat, Risotto und verschiedene Brotaufstriche, so zumindest die Angaben bei Kim Wonderland.
Der Tuna kommt rein optisch dem Original sehr nahe: In Öl schwimmend, verschafft er sich bei mir zwar keine Pluspunkte (das fand ich beim fischigen Original schon zum Davonlaufen), aber er lässt sich gut zerpflücken und wie gewohnt verarbeiten. Ein erster Geschmackstest vorab lässt uns nicht gerade in Begeisterungsrufe ausbrechen: Sehr sojalastig, aber wir wollen ihn ja nicht pur essen, sondern in Kombination mit Pasta, und so schmeckt er wirklich klasse: Die Konsistenz ist sehr ähnlich wie Thunfisch, das Fischige kommt zwar nicht so raus, aber das stört uns hier gar nicht. Und für manche wird es eher ein Pluspunkt sein!;) Zumal das Filet dem Vergleich mit Dosenfutter standhalten (!!!) muss, und das gelingt prima. 
Die Packung ist (eine positive Nebenwirkung veganer Ersatzprodukte) sehr ergiebig: Wir haben für 2 Personen nur die Hälfte verbraucht und so noch etwas für Pizza übrig. Die Reste lassen sich problemlos einfrieren. 
Salat kann ich mir noch nicht so wirklich damit vorstellen, da mir da wohl die typische "Textur" fehlen würde, aber ich war eigentlich auch nie ein Thunfischsalatesser. Alle anderen Varianten, wie oben vorgeschlagen, kann ich mir sehr gut mit diesem Ersatzprodukt ausmalen. 
Auch gut: Man kann eigentlich nichts damit falsch machen, da es nichts Spezielles bei der Zubereitung zu beachten ist. Ein Prima Starter also für vegane Anfänger! :)
Der Preis ist sicher - im Verhältnis zu anderen Ersatzprodukten - nicht der günstigste, aber ich kann mich nur wiederholen: Wir essen Fakeprodukte nicht jeden Tag, und da Schatzi und ich beide Thunfischpizza geliebt haben, freuen wir uns, eine adäquate vegane Alternative gefunden zu haben.



Fazit: Ich vegebe eine 2+! Wird wieder gekauft! :)


Alles Liebe, Momo

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