Mittwoch, 30. Januar 2013

101 Dinge: mich genauer über Rohkost informieren - Teil I

Foto: Ralph Conway
Ein erster "Zwischenstand" und einige Vorab-Überlegungen zu Aufgabe 69 meiner 101-Dinge-Liste, denn tatsächlich ist das Projekt "Rohkost und ich" größer, als dass ich es in einem Beitrag abhandeln könnte und wollte. Denn es reicht mir einfach nicht, nur darüber zu lesen, zumal mir das, was ich darüber finde, nicht selten übel aufstößt
Ich bin mir sicher, dass das Internet ein sehr rudimentäres Bild der Rohkostszene wiedergibt, und da ich keinen Rohköstler bislang persönlich kenne, kann ich nur auf dieses Bild zurückgreifen. Auf der einen Seite wird häufig ein Riesen-Hype darum veranstaltet, und man trifft auf regelrechte "Rohkostjünger", die streng und (scheinbar) ohne auf ihre eigene innere Stimme zu achten, ernährungsbezogene Dogmen befolgen. Daneben finden sich mir sehr sympathische, bodenständige Blogger, die über ihr rohköstliches, ganz "normal-neurotisches" Leben berichten und zudem noch leckere Rezepte preisgeben. Und dann zu guter Letzt natürlich die, welche gar nicht erst groß in Erscheinung treten, weil sie schon längst in ihrem wie auch immer gearteten rohköstlichen Leben angekommen und einfach nicht auf der Bühne des world wide web anzutreffen sind. 
Meine Vorurteile sind mit meiner Lust aufs Ausprobieren gewachsen. :D Ich habe mir ein Bild zusammengebastelt, das dringend der erfahrungsbezogenen Überprüfung bedarf und auch dann nur meine Wahrheit sein kann.
"Rohkost ist kompliziert, nicht alltagstauglich, extrem, teuer, schwierig zu beziehen und in großen Teilen alles Andere als natürlich, sondern verarbeitet bis zum Geht-nicht-mehr!" - So in etwa sehen meine (zugegebenermaßen überzeichneten) Befürchtungen aus, die ich gerne praktisch auf den Prüfstand stellen möchte.
Keine Ahnung, wo das hinführt. Ich kann mir zwar beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Blog und noch dazu ich je rohvegan sein werden... Aber was weiß ich schon? Ich habe mir lange Zeit auch nicht vorstellen können, keinen Kaffee mehr zu trinken, mal gar nicht davon zu reden, vegan zu leben.
Wie das halt so ist: Wenn man sich auf den Weg macht, hat man zwar eine ungefähre Vorstellung, wo man ankommen wird, aber nicht selten landet man ganz woanders. ;) 
Aber mal ehrlich: Ich LIEBE gekochte Nahrung - umso mehr im Winter, während im Sommer der Rohkostanteil in meiner Ernährung ganz natürlich und ohne mein bewusstes Steuern steigt. Zudem schwärme ich als echte Bäckersenkeltochter für "richtiges" Brot! Aber auch ehrlich: Ich habe keinen Vergleich, da ich bislang nur ein wenig durchs "rohe world wide web" gesurft bin, ohne in der Praxis angelangt zu sein.. .

Eins ist klar: Ich möchte keine Challenge veranstalten. Ne, ladies and gentlemen! Das ist nicht meins. Ich will den rohköstlichen Anteil steigern,  rohvegane Versionen von lieb Gewonnenem testen und schauen, wie es mir damit geht. Ich werde mir keine Prozentvorgaben machen. Und interessant wird für mich v. a. sein, wie es mir mit der Umsetzung im Alltag geht, was davon nach Monaten noch übrig ist und ob es mir etwas "gebracht", mich etwas gelehrt hat.
Hauruck-Vorsätze, die ich zu 100% erfülle? Ja, das würde gehen, weil ich ein willensstarker und - wenn gefordert - auch sehr disziplinierter Mensch bin. Aber ich überfordere und verleide es mir auch sehr schnell, indem ich so schnell zu viel von mir fordere, ohne auf mich und den Weg zu achten. Und dann war´s das! Zudem empfiehlt sich, wie ich immer wieder lese, eine schrittweise Umstellung, wobei ich in meinem Fall gar nicht von einer solchen die Rede sein kann.
In den letzten Jahren habe ich sehr viele Veränderungen durchlaufen. Und das, was geblieben ist, kam in der Regel fließend in mein Leben. Diese Veränderungen entstammtem meinem Bauch- und Herzensgefühl und keiner fixen Idee, zu der ich nicht innerlich auch bereit war. 


Ich knabberte schon immer lieber an einem Möhrchen, als dass ich Süßigkeiten esse. Und ich habe LUST auf dieses Experiment, aber in einem Rahmen und Umfang, wie ich es mir aussuche. Ich möchte keine festen Konzepte mit genau berechneten Ernährungsplänen. Die mögen für Andere notwendig und richtig sein, v.a. für "High-Raw"-Leute, die ja mit und trotz Rohkost mit allen Vitaminen und Minaralien versorgt sein müssen. Wobei sich sicher zuweilen die Frage stellt, ob sie das tatsächlich sind, aber das sollen Andere beurteilen. Die Frage wird jedenfalls sehr unterschiedlich beantwortet, auch von "eingefleischten" Rohköstlern.
Auf mich wirkt jedenfalls manches, was ich so unter dem Etikett "Rohkost" angetroffen habe, zu zwanghaft, schon fast nahe an einer Ess-Störung. Dies mag an meinem speziellen Blick darauf liegen, muss also nicht der Wahrheit entsprechen, aber das ändert nichts daran, dass zu fest gezurrte Korsette nichts für mich sind. Ich möchte nach meinem BAUCH gehen. Ich möchte beim Essen spontan bleiben können, Gelüsten nach Nahrung, die mit mehr als 42°C in Berührung gekommen ist, nachkommen und gleichzeitig schauen, ob ich die eine oder andere Lust nicht auch rohvegan befriedigen könnte. Vielleicht verpasse ich durch meine "mangelnde Diszplin" die ultimative Heilserfahrung meines Lebens, aber zumindest ist die Entscheidung auf meinem Mist gewachsen! ;)
By the way: Ich finde es absolut toll, wenn jemand so positive Erfahrungen mit Rohkost macht. Und ja: Ich bin sehr offen bin für alternative Heilsverfahren und den Ansatz, über die Ernährung auf das eigene Wohlergehen einzuwirken. Ernährung kann sehr viel Gutes bewirken, aber sie kann in meinen Augen nur ein Element einer insgesamt positiven, harmonischen Lebensweise sein, die auch andere Wege zulässt und ihnen ihre Berechigung einräumt. Drum bleibt mir weg mit erhobenen Zeigefingern, Ausschließlichkeitsdenkem und Intoleranz! Danke! :) 

Ich glaube, es ist wie bei allem: Jeder muss selbst seinen Weg finden, und Menschen, die aus einer Sache wie Rokost eine militante Idelogie, eine Religion machen, wird es immer geben. Soll mich nicht stören oder davon abhalten, mir ein eigenes auf Erfahrung gestütztes Bild zu machen.

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Für Rohkost-Interesessierte habe ich hier mal eine kleine Auswahl von Internetseiten, Büchern... zusammengestellt:

Deutsch:
Germany goes raw.de (stellenweise sehr informativ, u.a. Rohkost-Potlucks nach PLZ)
Rohkost und mehr.com (nicht rein rohköstlich)
Rohe Lust.com (einfache Rohrezepte inkl. einem sehr ehrlichen, fundierten Blog-Tagebuch)
Vegan und roh (süßer Blog mit Rezepten/ tollen Linkempfehlunegn)
Wurzelweber (ein roher Blog mit viel Herz)

Undogmatische und anfängertaugliche Bücher:
Practically raw (englischsprachig) von Amber Shea Crawley (englischsprachige Website)
Going Raw (deutsch mit englischsprachiger DVD) von Judita Wignall (englischsprachige Website)
Doku:
"Average Joe on the raw (trailer), eine empfehlenswerte englischsprachige Doku, auf die ich an mehreren Stellen gestoßen bin, u.a. bei Peter von Die Umsteiger.


Ich freue ich mich ganz besonders über eure Tipps und Empfehlungen, was tolle Bücher und Webseiten/ Blogs zum Thema angeht! Zudem habe ich das Buch "Practically Raw" von Amber Shea Crawley bislang noch nicht bestellt. Vielleicht möchte es ja jemand verkaufen/ tauschen? In dem Fall mailt mich einfach an! :)

Alles Liebe, Frau Momo (so bin ich jetzt schon öfter genannt worden, und irgendwie gefällt´s mir!*g)

Montag, 28. Januar 2013

Okara-Nudeln

Okara, das bei der Sojamilch-Herstellung anfällt, habe ich bislang immer zu Bratlingen verarbeitet, was mir aber auf die Dauer etwas zu einseitig wurde. Schliesslich ist Okara weitaus vielfältiger.
Da ich meine Sojamilch auf die altmodische Art - also ohne Maschine*g - hergestellt habe, variieren die Mengenangaben gegebenenfalls. Lies dir deswegen bitte die Infos unter dem Rezept durch.
Ich habe die Nudeln per Hand ausgerollt. Mit einer Nudelmaschine geht das natürlich leichter, und die Nudeln werden dünner. Ohne dieses Helferlein musst du halt sehr gut rollen. Gut für die Armmuskulatur! ;) Du kannst aus dem Teig sowohl "normale" Nudeln machen, als auch Ravioli oder Lasagneplatten. Letzere müssen dann natürlich nicht vorgekocht werden.




Zutaten für etwa 4 Nudel-Hauptgerichte:*
260g Okara 
200g Mehl 
1 knapper Teel. Salz

Zubereitung:
1. Okara mit Salz mischen und nach und nach Mehl hinzufügen. Kräftig einige Minuten kneten. Der Teil "schluckt" mehr Mehl, als man am Anfang denkt. Wenn ihr maschinell gewonnenes Okara verwendet, ist evtl. noch etwas Wasser/ Pflanzenmilch von Nöten. Der Teig sollte schon geschmeidig sein, sich gut von der Arbeitsfläche lösen und nicht kleben.
2. Bedecke den Teig mit einem feuchten Tuch und stelle ihn für eine halbe Stunde in den Kühlschrank.
3. Wenn du eine Nudelmaschine hast: herzlichen Glückwunsch! In dem Fall produziere auf diese Weise superfeine Nudeln. Ansonsten teile den Teig in vier Portionen und rolle diese nacheinander auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche so dünn wie nur irgend möglich aus. Zwischendurch den Teig vorsichtig wenden, bemehlen, weiterrollen.

Nudelschneiderei
4. Mit einem Pizzaschneider kannst du die gewünschte Nudelart ausschneiden. Anschließend löse mit Hilfe des Pizzaschneiders oder etwas Vergleichbarem aus Metall die Nudeln vorsichtig von der Arbeitsfläche (an dieser Stelle zeigt sich dann, ob diese gut bemehlt war und du immer wieder gewendet hast!*g) und lege sie einzeln (wieder auf einer bemehlten Fläche, sonst kleben sie zusammen) beiseite. Trocknen geht auch, ist aber nicht notwendig, wenn man sie gleich weiterverarbeitet. ;)
5. In gut gesalzenem, kochendem Wasser gar ziehen lassen. Das geht super-fix. Die Nudeln steigen hoch, wenn sie durch sind.
6. Dazu passt jede beliebige Pastasauce.

Okarapasta mit tomatigem Lauchgemüse

*Infos zu den Zutaten:
1. Okara aus von Hand hergestellter Sojamilch ist feuchter wie das maschinell gewonnene. Es ähnelt von der Konsistenz her Kartoffelbrei. 
2. Bei maschinell gewonnenem Okara ist es gegebenenfalls notwendig,
  •  etwas Wasser/ Pflanzenmilch hinzuzufügen
  • weniger Mehl zu nehmen. Fang mal mit 180g an und steiger dich löffelweise!
3. Ich habe beim Mehl je 1 Teil Dinkelvollkornmehl und 550er Weizenmehl benutzt. Je mehr Vollkornmehl ihr verwendet, desto mehr Flüssigkeit ist von Nöten. 

Übrigens freue ich mich jeder Zeit über leckere Okararezepte! :)

Alles Liebe, Momo

Sonntag, 27. Januar 2013

Paté pour réduire la faim à la tomate et okara (oder auch einfach: Okara-Aufstrich)

Ähm! Holger ist Schuld an diesem Namen! Ich finde "Aufstrich" oder auch "Streich" als Bezeichnung nämlich alles Andere als ansprechend und war auf der Suche nach einem Namen, der Appetit macht! Und da die Franzosen nun mal das Volk sind, das für mich immer noch mit gutem Essen in Verbindung steht (gilt das eigentlich auch für die vegane Küche????), hat mich sein Vorschlag überzeugt!
Ich experimentiere ja gerne "brotbelagsmäßig" rum. Aber nichts desto trotz kommt bei jedem wohl irgendwann ´ne gewisse Routine (um nicht zu sagen: Langeweile) auf. Deswegen war ich froh, dass bei der Sojamilch-Herstellung so viel Okara anfiel, das ich zu Okaranudeln (Rezept folgt!) und zu diesem leckeren, schnell gemachten Auf...(beep) verarbeitet habe. Damit sich eben keine Langeweile auf der Stulle einschleicht... ;)

 
Zutaten: 
100g Okara (Achtung: Okara aus von Hand hergestellter Sojamilch ist feuchter wie das maschinell gewonnene. Es ähnelt von der Konsistenz her Kartoffelbrei. Die Mengenangaben variieren gegebenenfalls, wenn du maschinell gewonnenes Okara verwendest!)
1 Piri-Piri-Schote (oder etwas Vergleichbares)
6-7 Eßl. Tomatenpassata
2 Knoblauchzehen
4 getrocknete Tomaten
2-3 Eßl. Hefeflocken
1 Teel. Sojasauce
1 Teel. Aceto Balsamico
1(2 Teel. Instant-Gemüsebrühe
1/2 Teel. französische Kräuter
1 Teel. Oregano
1 kräftige Prise Rohrzucker
Salz
Pfeffer

Zubereitung:
1. Knoblauch und Piri-Piri-Schoto kurz anschwitzen. Alle anderen Zutaten (bis auf die Hefeflocken) hinzufügen und auf knapp mittlerer Hitze (Stufe 4 von 9) die Paste ca. 5 Minuten garen lassen. (Achtung: Ohne den Garvorgang ist das Okara ungenießbar!)
2. Hefeflocken unterrühren, abschmecken. Die Gewürze ziehen noch etwas ein. Wunder dich nicht über die Schärfe - das gibt sich. Insofern auch nicht zu sparsam mit Salz sein! ;)
3. Schmeckt warm wie kalt auf Baguette und what ever! :)

Alles Liebe,
eure Momo

Noch mehr Kochlust?
Sojamilch (inkl. Okara)
Mediterrane Okara-Bratlinge
Okara-Nudeln

Samstag, 26. Januar 2013

Brot backen mit selbst gemachtem Sauerteig

Der Post war ebenso ein Slow-Post, wie das Rezept selbst eins für Slowfood ist! :) Ich habe selbst erst einige Male Probe gebacken, bis ich die Mengenverhältnisse "abgabereif" raushatte.
Bislang habe ich immer mit Hefe gebacken. Meistens mit Trockenhefe. Ehrlich gesagt finde ich das Backen mit Sauerteig aber noch viel "ursprünglicher", und ich freue mich noch mehr am Endergebnis als sowieso, da ich den Sauerteig (zumindest beim Ansetzen) ja über 5 Tage hege und pflege. Aber keine Angst: Wenn der erste Ansatz im Kühlschrank steht, dauert es "nur" noch einen guten Tag, bis wieder Sauerteigbrotduft durch eure Küche weht...
Es gibt im Netz Rezepte für Sauerteigansatz in Hülle und Fülle. Ich hatte meinen Unterricht bei "meiner" und Holgers Lieblingsnina, die das Brot-Backen mit Sauerteig von ihrer Mum gelernt hat... So gefällt mir das: Ich liebe es, wenn solche "Handwerke" von Generation zu Generation weitergegeben werden. :)
Die unten stehenden Hinweise zum Sauerteig, zu seiner Aufbewahrung usw. habe ich zum großen Teil der sehr informativen Seite Der-Sauerteig.com entnommen, die ich euch sehr ans Herz legen möchte bei allen Fragen rund um das unbekannte Wesen des Sauerteigs! ;)
Der Sauerteig wird übrigens von Mal zu Mal besser. Am Anfang geht das Brot häufig noch nicht so schön auf, wie man´s vom Hefeteig vielleicht gewohnt ist. Der frisch angesetzte Sauerteig ist einfach noch nicht so triebstark wie älterer. Aus diesem Grund geben manche etwas Trockenhefe zum fertigen Brotteig dazu und verringern von Mal zu Mal die  Hefemenge. Ich wollte reinen Sauerteig und mag mein kleines Brot auch so!^^


Sauerteigansatz
insgesamt 400g Vollkornmehl (am besten Roggen, es geht auch anderes Vollkornmehl), folgendermaßen auf die Tage verteilt:
Tag 1-3: 70g Roggenvollkornmehl
Tag 4: 90g Roggenvollkornmehl
Tag 5: 100g Roggenvollkornmehl
jeden Tag 100ml Wasser  

Zubereitung des Sauerteigansatzes:
1. Du vermengst 70g Roggenvollkornmehl es mit 100ml Wasser, so dass ein schöner, etwas dickflüssiger Pfannkuchenteig entsteht.
2. Diesen deckst du mit einem Teller, einem Handtuch oder einer Schüssel ab und lässt ihn an einem warmen Plätzchen 24 Stunden lang stehen. Empfehlenswert sind Temperaturen zwischen min. 25°C, besser 30°C- 35°C. Stellt den Sauerteig z.B. in die Nähe der Heizung.
3. Nun müsste er schon etwas säuerlich riechen. Auch sollten kleine Bläschen sichtbar sein. An Tag 2 und 3 gibst du wiederum dieselbe Mehl- und Wassermenge zum Sauerteigansatz, verrührst alles gut und wartest wiederum an beiden Tagen jeweils 24 Stunden.
4. Am vierten Tag gibst du wiederum 100ml Wasser, aber dieses Mal 90g Mehl hinzu und wartest erneut 24 Stunden. Dann - am 5. Tag-  das restliche Mehl (100g) und 100ml Wasser reinmengen und nochmals 24 Stunden Geduld haben. Bis dahin sollten sich die Sauerteig-Bakterien gebildet haben. In etwa so sieht der fertige Sauerteig dann aus:

Das Geblubber ist wirklich so stark!^^
Zutaten für das Sauerteigbrot:
ca. 500g Vollkornmehl zusätzlich (z.B. Weizen oder Dinkel)
2 Teel. Salz
Sauerteigmenge, wie oben zubereitet
nach Belieben Nüsse, Saaten o.ä. 
evtl. Brotgewürz, wenn du magst 
ca. 125ml Wasser 
wenn du sicher sein willst, noch 20g Hefe (von Mal zu Mal 5g weniger nehmen)
Zubereitung des Sauerteigbrotes:
1. Wenn der Sauerteig fertig ist, nimmst du ein halbes Marmeladenglas (ca. 150g) davon ab und stellst es bis zur Weiterverarbeitung in den Kühlschrank. (Solltest du dich wie ich mit der Zeit verkalkuliert haben und keine Lust verspüren, nachts um zwei dein Brot aus dem Ofen zu hieven, schadet es nichts, von den 500g Vollkornmehl etwa 100g abzunehmen, mit 125ml Wasser in den Sauerteig einzuarbeiten und diesen bis zum nächsten Tag zu vertrösten...)
2. Den verbliebenen Sauerteig verarbeitest du mit 500g Vollkornmehl, Salz und den gewünschten Zutaten zu einem gut knetbaren Brotteig, der nicht mehr kleben sollte. Gegebenenfalls noch etwas Mehl hinzufügen. Das Wasser nach und nach hinzufügen. Die Menge hängt immer von der Mehlsorte und der Tagesform des Sauerteigs  ab!^^
3. Nun formst du ein oder zwei Borte daraus, schneidest sie 3-4 Mal diagonal ein, platzierst diese im Garkörbchen oder in einer bzw. zwei mit Backpapier ausgelegten Kastenform(en), bestäubst sie leicht mit Mehl und lässt den oder die Teigling(e) abgedeckt an einem warmen Ort gehen. Ich stelle das Brot z.B. einfach in der Kastenform auf die Heizung. Die "Gehzeit" dauert länger als bei Hefebrot: gut und gerne 4 Stunden.  Mit Hefe geht´s schneller!
4. Wenn der Teig gut hochgegangen ist, auf dem Backblech (nicht im Garkörbchen) in den kalten Ofen schieben. Die Temperatur auf 200°C einstellen und je nach Brotgröße 30-40 Minuten backen. Stell unten eine feuerfeste Form mit etwas Wasser rein. Das sorgt dafür, dass die Kruste nicht steinhart wird! ;) Wenn du wissen willst, ob das Brot fertig ist, mach die Klopfprobe: Dafür mit dem Fingerknöchel auf die Unterseite des Brots klopfen. Klingt es hohl, ist das Brot fertig.


Reanimieren des Sauerteigansatzes (im Marmeladenglas)

Zutaten:
Sauerteigansatz aus dem Kühlschrank, wie oben zubereitet
ca. 800g Vollkornmehl (gerne 1 Teil Roggenvollkorn- und 1 Teil anderes Vollkornmehl)
Wasser
2 Teel. Salz
gewünschte Zusätze wie Nüsse, Saaten und/ oder Brotgewürz
wenn du sicher sein willst, noch 20g Hefe (von Mal zu Mal 5g weniger nehmen)
Vorgehen:
1. Wenn du den Sauerteig aus dem Kühlschrank nimmst, muss er erst mal wieder vermehrt werden, was wiederum etwa einen Tag dauert.
2. Vermisch den Sauerteig mit 350g Mehl und ca. 425ml Wasser, so dass wieder eine Art dickflüssiger Pfannkuchenteig entsteht. Diesen lässt du nun ca. 24 Stunden an einem warmen Ort stehen. Er ist bereit zur Weiterverarbeitung, wenn er wieder die dir bereits bekannten Blasen wirft.
3. Dann nimmst du wieder ein halbes Marmeladenglas vom Sauerteig fürs nächste Backen ab und stellst es in den Kühlschrank. Den verblieben Sauerteig verarbeitest du mit dem restlichen Mehl, sowie den übrigen Zutaten. Falls die Mehlmenge nicht reicht, noch so viel Mehl unterkneten, dass ein gut knetbarer, nicht-klebriger Teig entsteht. Wasser sollte es nicht mehr brauchen. Aber Sauerteig wie überhaupt Teig ist ein seltsames Wesen mit einem eigenen Willen! ;) Insofern: Wenn er zu trocken ist, gib in kleinen Mengen nach und nach Wasser hinzu. Und nun einige Minuten ordentlich kneten.
4. Nun fährst du weiter fort, wie bei Schritt 3 unter "Zubereitung des Sauerteigbrotes" weiter oben im Rezept angegeben. 


Hinweise:
1. Der Sauerteig hält roundabout ca. 10 Tage, wenn du ihn verschlossen im Kühlschrank aufbewahrst. Wenn du den Ansatz länger lagern willst, kannst du nach einer Woche ein wenig Mehl einstreuen, ohne es zu verrühren. So hat der Sauerteig etwas zu arbeiten und kommt nicht um!
2. Wenn man den Sauerteig länger aufbewahren will, kann man ihn verkrümeln: So viel Mehl dazu geben und es fein verreiben, dass es trockene und streuselartige Krümel gibt. Kein weiteres Wasser dazugeben. Krümelsauer ist in einem geschlossenem Behälter gekühlt etwa 2 bis 3 Monate haltbar. Diese Art der "Konservierung" eignet sich besonders, wenn man nicht jede Woche mit Sauerteig bäckt. Um einen gekrümelten Sauerteig zu reanimieren, gibt du ausreichend lauwarmes Wasser dazu, dass es wieder eine pfannkuchenteigartige Masse gibt. Dann kann man ihn sofort weiterverarbeiten.
3. Einfrieren funktioniert, ist aber keine optimale Lagerungsform, da durch die Kristallbildung des Wassers diie Zellwände der Bakterien und Pilze zerstört werden und große Teile der Kulturen absterben.
4. Das Trocknen ist eine der einfachsten Methoden einen Sauerteig dauerhaft lagern zu können. Er hält trocken in einem Glas im Dunkeln aufbewahrt viele Jahre ohne Qualitätseinbußen und kann auch ganz schnell wieder reaktiviert werden. Dafür streicht man ihn mit einem Teigschaber dünn auf einem Backpapier aus. Dann einfach an der Luft trocknen lassen. Nach einem bis zwei Tagen löst sich der Sauerteig vom Papier ab und kann, grob zerkleinert, in einem Schraubglas aufbewahrt werden werden. Der getrocknete Sauerteig wird mit ausreichend lauwarmem Wasser angesetzt, nach ca. 2 Stunden mit Mehl und Wasser gefüttert und gut verrührt. Sollte der Sauerteig sich noch nicht ganz aufgelöst haben, so macht das nichts. Dann kann er wie gehabt weiterverarbeitet werden.

Und wenn du nun nicht abgeschreckt bist: Viel Spaß beim Backen! :) Es klingt komplizierter als es ist. Lass dich nicht entmutigen und versuch´s zur Not mit etwas Hefe als zusätzliche Starthilfe! ;)

Alles Liebe, Momo
 
Quellen:
Der-Sauerteig.com




















Montag, 21. Januar 2013

Indisches Dal

 


Ich liebe indisches Essen. Diesen Monat war ich gleich zweimal beim Inder. Ganz so schlimm ist der Low-Budget-Januar also gar nicht! ;) Dal wollte ich schon seit Ewigkeiten mal machen. Und da ich in Folge der Inspiration von Carolas Use Up-Along-Projekt und temporärer (zuhören, da oben!!) finanzieller Knappheit momentan sehr viel von meinen Vorräten verbrauche, bevor ich Neues kaufe, lag es nahe, eine Packung Hülsenfrüchte der gefühlten 3 Dutzend ihrem Ende zuzuführen.;) Herausgekommen ist dieses schmackhafte, gewürzreiche Dal-Gericht mit Kürbis und roten Linsen. Genau das Richtige nach einem schneereichen Wintertag... Die Zutaten und Gewürze sind natürlich variabel. Hauptsache, die Hülsenfrüchte zerfallen schön zu einer Art Brei! :)



Zutaten für 3 Personen:
1 kleiner Hokkaido-Kürbis
3 kleine Möhren
250g rote Linsen
1 Dose Kokosnussmilch
1 Zwiebel
3-4 Knoblauchzehen
1-3 Piri-Piri- Schoten oder etwas Vergleichbares (je nach Schärferesistenz*g)
2 Eßl. grob zerbröselte Curryblätter
1 Eßl. Kardamom
1 Eßl. Kreuzkümmel
grob zerstoßene Samen von 20 grünen Kardamomkapseln
2 Messerspitzen Asafötida
1 Bund Koriander oder 1 Teel. gemahlener
2 Eßl. Rosinen
2 Teel. Sojasauce
1 Teel. Gemüsebrühe
1 Teel. Vollrohrzucker
Salz
Öl zum Anbraten
ca. 450ml Wasser

Zubereitung:
1. Zwiebel und Knoblauch schälen und ebenso wie die Piri-Piri-Schote(n) fein hacken. Möhre ebenfalls schälen und in kleine Würfelchen schneiden. Den Hokkaidokürbis entkernen und in mundgerechte Würfel schneiden.
2. Zwiebel, Knoblauch und Piri-Piri in Öl anschwitzen. Derweil die Gewürze (frischer Koriander kommt erst am Schluss dazu, gemahlener kann direkt in die Pfanne) trocken in einer seperaten Pfanne anrösten, bis sie zu duften beginnen. 
3. Dann die Linsen, das Gemüse und die Gewürze zu dem Zwiebel-Knoblauch-Gemisch geben und ebenfalls kurz anbraten. 
4. Nun die in kochendem Wasser aufgelöste Gemüsebrühe, die Kokosnussmilch und restlichen Zutaten (bis auf den frischen Koriander) hinzufügen und bei schwacher bis mitterer Hitze und geschlossenem Deckel ca. 20 Minuten garen. Die Linsen sollten zerfallen, gegebenenfalls also noch etwas weitergaren. Den frischen Koriander grob zerhacken und vor dem Servieren unterrühren.


Alles Liebe, Momo


Zum Weiterlesen: 
Twoodle Drum Use Up-Along 2013
Noch mehr Heu und Gras gefällig? ;) 

Sonntag, 20. Januar 2013

101 Dinge: Socken stricken lernen - Klappe, die letzte

Tatatata! I proudly present: meine unperfekten, aber selbst gestrickten Socken! :) 


Sie würden sicher keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, und beim nächsten Mal werde ich der Tabelle zum Trotz ein etwas kürzeres Fußteil machen und... Ne, Schluss damit! Sie sind toll und ich bin sooooo stolz... 
Nur: Ist eigentlich schon untersucht worden, ob man stricksüchtig werden kann? Ich registriere nämlich so eine seltsame Leere, jetzt, wo dieses Projekt abgeschlossen ist. Ein bißchen wie nach der Diplomarbeit... Ich brauche neue Wolle! JETZT!
Gestern auf meinem ersten Stricktreffen wurde das Thema der Stricksucht bereits eingehend erörert, wobei keiner der Anwesenden wirklich etwas daran ändern will. Auch Frau Jupiter zeigt keine rechte Krankheitseinsicht, geschweige denn Anzeichen von Veränderungswillen. ;)

Aber ich war beim Thema "Stricktreffen": Um halb drei am Nachmittag fand ich mich am gestrigen Tag erstmalig beim Strickclub Rhein-Sieg im Siegburger Caféhaus ein, um andere wollustige Genossinnen kennenzulernen. Ich war beruhigt, dass alles ganz locker zuging: Frauen zwischen ca. 25 und roundabout 65+ (will ja niemanden beleidigen) saßen bei Strickzeug und Kaffee an den Tischen, als ich dazustieß. Etwas nervös war ich ja schon. Aber ich hatte bald ein Plätzchen gefunden und unterhielt mich prächtig mit den Damen in meiner Ecke, während im Hintergrund die Nadeln klimperten, Fühlmuster und Anleitungen gesichtet, Tipps ausgetauscht, sowie bereits fertig gestellte Werke bewundert wurden.
Ich wurde direkt in die weltweite Ravelry-Community (soziales Netzwerk für Handarbeiten wie Stricken, Häkeln...) eingeladen und bekam von Anja eine Anleitung für einen Cowl versprochen. Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich mich nach anfänglichem Fremdeln sehr wohl mit den Strickladies gefühlt habe und wieder hingehen werde, auch wenn es ein seltsames Gefühl war: Mit 15/ 20 wären mir Treffen dieser Art wirklich peinlich gewesen, geschweige denn, dass ich zu einem hingegangen wäre. Aber ich genieße es, mit 30 Lenzen darüber (fast) erhaben zu sein und vor Ort neue Leute kennenzulernen. Seit meinem Umzug leben die meisten meiner Freunde nämlich mindestens eine knappe Stunde entfernt von mir. Für ein Tässchen Tee nach Feierabend ein wenig weit.;)
Dank des mehrstündigen Treffens gestern bin ich gut vorangekommen und konnte heute mein Lehrlingsstück beenden! Wer wissen will, wie ich´s gemacht habe, kann hier nachlesen. Somit wäre Aufgabe Nr. 31 ebenfalls geschafft. 

Dank des Winter-Wonderland da draußen hat es mich heute vormittag rausgezogen. Erst hatte Schatzi keine rechte Lust zum Rodeln, aber dann hat´s ihn doch gepackt. Wie ein kleiner Junge ist er mit dem Kopf vorneweg den Hang runtergepest, und ich erhielt eine Lehrstunde darin, einen Analog-Schlitten zu lenken (ich wusste bis heute nicht, dass so was überhaupt möglich ist!!*g). Gebracht hat es nicht viel, aber immerhin doch genügend, um nicht im Zaun zu landen! ;) Ein Häkchen kommt somit auch hinter Aufgabe 82.


Euch noch einen geruhsamen Sonntagabend und einen guten Start in die neue Woche! 
Alles Liebe, Momo


PS: Hier noch etwas fürs Herz, das ich bei Jademond entdeckt habe: Unsagbar berührende Bilder einer Hausgeburt


Zum Weiterlesen:
101 Dinge: Socken stricken lernen - Klappe, die erste
101 Dinge: Socken stricken lernen - Klappe, die zweite
101 Dinge: Socken stricken lernen - Klappe die dritte (inkl. Tutorial)
101 Dinge: meine Liste und bereits erledigte Aufgaben 

Ravelry-Community (soziales Netzwerk für Handarbeiten wie Stricken, Häkeln...)
Nadelspiel.com (Stricken/ Häkeln nach Video-Anleitung) 
Deutschlandweite Stricktreffs (Liste ist nicht vollständig, googeln hilft!)

Freitag, 18. Januar 2013

101 Dinge: Socken stricken lernen - Klappe die dritte (inkl. Tutorial)

Ich habe meinen Zenmeister gefunden:


Im Ernst: Bei aller Flucherei, den Verwünschungen, die ich ausgestoßen habe, den Anfällen von abgrundtiefem Strickgrauen: Diese Socke hat mich so manches gelehrt: Geduld, Ruhe, mich nicht fest zu beißen, wenn ich mich hoffnungslos verfranst habe, sondern statt dessen los zu lassen. Meinen Perfektionismus hinten an zu stellen, mir zu Zeit geben, um meine Fertigkeiten zu entwickeln.
Und nun bin ich über´n Berg, genauer: Mein Socken-Strick-Experiment und ich hatten Bergfest! :) Ich kann euch das Gefühl nicht beschreiben, als endlich die erste verd.....te Ferse geschafft war. Trotz der mehrfach empfohlenen Bumerangfersen-Anleitung-mit-Loch-Verhinderungsformel von Nadelspiel.com hätte ich manchmal echt nur noch kot....en können! Wieder und wieder gingen die Maschen auf Wanderschaft, ohne vorher Bescheid zu sagen, und mit der Wickelmasche stand ich sowieso auf Kriegsfuß. Und so hieß es in regelmäßigen Abständen: Ribbeln, Motzen, unterdrückte Zerstörungsimpulse, „Woosah“-Gemurmel und Neubeginn.
Aber es hat sich gelohnt: Socke Nr. 1 ist geschafft. Und sie passt! Mittlerweile bin ich bereits mit Geschwisterkind aka Socke Nr. 2 zu Gange, und es macht einfach nur SPASS! Nein, ehrlich! Ich komme gut voran, keine Radikal-Aufribbel-Attacken bislang, und ich bin bereits über Ferse Nr. 2 hinaus! Einfach so. Wo ist das Drama abgeblieben? Wahrscheinlich bei nem anderen Socken-Anfänger!^^
Ich kann ehrlich sagen, dass mich die Strickleidenschaft erfasst hat! Und das nach diesen Kämpfen...

Und: Ich biete sogar in den Osterferien auf meiner Arbeitsstelle mit einer Kollegin ein Strickangebot für die Kiddies an! :) Aber ganz sicher keine Socken-Strickereien!;)

Und hier in aller Kürze meine Backanleitung für das erste Sockenpaar meines Lebens:
Mit Hilfe dieses Videos von Nadelspiel.com habe ich mit einem 4+1-Nadelspiel (Stärke 5)
40 Maschen aufgenommen, auf vier Nadeln verteilt und über 44 Reihen einen 17cm langen Schaft im Bündchenmuster (2 rechts, 2 links) fabriziert.
Anschließend habe ich nach der Elizzzas Super-easy-Bumerang-Fersen-Anleitung die Ferse gestrickt, gefolgt vom Fußteil (alles glatt rechts). Dabei musste ich die Maschen, die ich bei der Bumerangferse aufgenommen habe, um Löcher zu vermeiden, wieder abnehmen (einfach in der 2. Reihe nach der Bumerangferse). Die Fußteillänge habe ich gemäß dieser Tabelle bestimmt und dabei von der hinteren Fersenwand bis zum Beginn der Spitze gemessen. Es gibt auch eine Faustregel: Schuhgröße in cm geteilt durch 2!! Beispiel: Größe37:2=18,5 cm (Bei mir war das ein wenig großzügig, was aber möglicherweise auch an der dicken Wolle lag...) Erst dann wurde die Spitze gestrickt.

Wenn ich mir diese Anleitung angucke, wirkt das wirklich so einfach! Und wenn man´s einmal drauf hat, ist es das ja auch! Wie auch immer: Am Samstag ist mein erster Stricktreff, und da werde ich auch aufschlagen. Kann ja nicht schaden, mir noch den einen oder anderen Tipp zu holen bzw. ein paar nette Frauen (oder Männer???) kennenzulernen, die ebenfalls im Strickfieber sind...

Und was stricke ich nächste Woche? Hm... In Anbetracht des Kälteeinbruchs dachte ich an eine Ballonmütze oder einen Loopschal! Habt ihr vielleicht eine tolle, VERSTÄNDLICHE Anleitung für mich? Nichts gar zu Kompliziertes, bin ja immer noch in den Kinderschuhen! :)

Sonntag, 13. Januar 2013

Mediterrane Okara-Bratlinge

Gestern ist mir aufgefallen, dass ich lange kein Hauptgericht mehr gepostet habe. Nicht dass das schlimm wäre. Früher hätte mich so ein Tatbestand massiv unter Zugzwang gesetzt. Mittlerweile ist mir so was zum Glück (meistens) egal. Ich möchte kochen und ausprobieren, weil ich LUST habe und dies mein bester Motor ist. Und wenn ich dann wiederum LUST habe es zu verbloggen, tue ich das! :D "Wird schon wieder kommen mit den Hauptgerichten!" dachte ich mir. Dass es noch am selben Tag so weit sein würde, hat mich dann allerdings selbst überrascht... ;) 
Gestern stand unter Anderem Sojamilch auf dem Programm. Bei der Herstellung fällt immer sehr viel Okara ab, das als Rückstand im Sieb zurückbleibt, wenn die Sojamilch durchgesiebt wird. Es beinhaltet fast soviel Eiweiss wie Tofu und ist reich an Ballaststoffen, Kalzium, Folsäure, Selen und Mangan. Es muss gegart werden, sonst ist es nicht gut verträglich. Man kann so allerlei daraus zaubern, so z.B. auch Muffins oder Brot. Wenn es nicht in Gerichte mit hohem Eigengeschmack eingearbeitet wird, muss Okara sehr gut gewürzt werden, weil es sonst einfach wie fader Kartoffelbrei schmeckt! ;) Gestern habe ich das gesamte anfallende Okara zu Bratlingen verarbeitet. So mag ich Resteverwertung! :)
  
 
Zutaten für 4-5 Personen:
1/2 kg Okara (Achtung: Okara aus von Hand hergestellter Sojamilch ist feuchter wie das maschinell gewonnene. Es ähnelt von der Konsistenz her Kartoffelbrei. Die Mengenangaben variieren gegebenenfalls, wenn du maschinell gewonnenes Okara verwendest!)
2 mittelgroße Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
50g getrocknete Tomaten
1-2 Piri-Piris (oder etwas Vergleichbares/ Scharfes)
4 Eßl. Hefeflocken
2-3 Eßl. Tomatenmark
50g Pinienkerne
je 2 Teel. Oregano, Basilikum, Instant-Gemüsebrühe und Hähnchengewürzsalz (vom Türken)
etwas Paprika edelsüß
Pfeffer
100g Glutenmehl
100g Semmelbrösel

Zubereitung:
1. Pinienkerne in einer kleine Pfanne trocken anrösten, bis sie anfangen zu duften. Achtung: das kann plötzlich sehr schnell gehen. ;) Anschließend grob hacken.
2. Zwiebeln, Knoblauch und Piri-Piri fein hacken.
3. Alle Zutaten zusammenkneten. Sollte die Konsistenz nicht stimmen, noch etwas Glutenmehl oder Semmelbrösel hinzufügen.
4. Bratlinge formen und in ausreichend heissem Fett goldbraun ausbacken.


Euch einen zauberhaften Sonntag,
Momo


Zum Weiterlesen:
Hausgemachte Sojamilch (inkl. Okara)
Paté pour réduire la faim à la tomate et okara (oder auch einfach: Okara-Aufstrich)
Okara-Nudeln 

Donnerstag, 10. Januar 2013

Ohne Moos trotzdem was auf dem Tellerchen los! ;)

Weihnachten ist rum, und der Januar ist für viele ein Monat, wo es finanziell ein wenig knapper ist...
Es gibt viele Tricks, um Geld zu sparen, ohne automatisch Qualitätseinbußen zu haben. Ich habe hier mal ein paar versammelt, die ich gerne ergänze, wenn euch noch was einfällt... Vielleicht helfen sie ja dem Einen oder Anderen - ob in Zeiten finanzieller Knappheit oder auch dabei, das Vorurteil, vegane Ernährung sei per sé teurer als tierliche, abzubauen. Dem letzten Punkt widerspricht übrigens nicht nur meine Erfahrung, sondern auch die zahlloser anderer Menschen: Gewusst wie, wird es mit der veganen Ernährung sogar günstiger!
Vieles von dieser Liste lässt sich auch auf andere Lebensbereiche oder jedwede Ernährungsform übertragen, dennoch wollte ich dem Thema heute mal gesondert Raum geben!
Ein paar Worte vorweg: Nicht alles eignet sich für jeden! Wenn du dich von der Thematik angesprochen fühlst, greif dir einfach das raus, was dir entspricht.
Auch bei mir gibt´s Phasen, wo´s finanziell ein bißchen enger ist. Mir hilft es, wenn ich mir bewusst mache, dass das eine vorübergehende Phase ist und ich Mittel und Wege habe, damit umzugehen, ohne deswegen schlechter zu leben! :) Wenn ich mich innerlich gegen das sperre sperre, was eh´ schon eingetreten ist, jammere, mich ständig sorge, mache ich´s im Zweifelsfall nur noch schlimmer. Ja, es kann sehr ätzend sein, wenn der Monat noch so lang am Ende des Geldes ist, aber vielleicht kannst du es als Herausforderung sehen, zumal die Dinge ja nun mal grade so sind, wie sie sind. Vielleicht machst du ja sogar ne regelrechte Challenge draus und hast selbst in der Not so was wie einen *räusper* Spaßfaktor! ;) 



Der Übersicht halber stelle ich die Tipps in Stichworten dar, damit man schnell den Überblick hat:


Was habe ich/ was ist hilfreich?
  • Ist-Zustand analysieren, um „teure Produkte“ zu entlarven und gegebenenfalls Alternativen zu finden (am besten das gute, alte Einnahmen- und Ausgabenbuch für einige Wochen führen, um einen Überblick zu bekommen)
  • Vorräte checken und verbrauchen -> du wirst dich in der Regel wundern, wieviel noch da ist (im Garten, Gefrier-, Kühl- und Vorratsschrank): eine gute Möglichkeit, sich den eigenen "Reichtum" zu vergegenwärtigen - Klick auch mal bei Carola von Twoodledrum und ihr Use-Up-Along 2013-Projekt rein - ein tolles Projekt, das sich mit dem Punkt Vorräte beschäftigt und das man natürlich jederzeit angehen kann! ;)
  • Geld für den wöchentlichen Einkauf einteilen und beiseite legen
  • ausmisten/ verkaufen/ tauschen, was du nicht mehr brauchst
  • Skills-Tausch gegen Essen: du bist super in Mathe, Stricken, Putzen...? Biete deine Fähigkeiten gegen ein Essen oder Bares feil (Nachbarschaftshilfe oder schwarzes Brett bei Supermärkten)
  • Netzwerken
    • tu dich mit Leuten zusammen, denen es ähnlich geht und coacht euch gegenseitig, kocht/ kauft zusammen ein, tauscht euch aus
    • du hast Sparfüchse im Umfeld? Hol dir Tipps! (vielleicht eine liebe Frau aus der (Nach-)Kriegsgeneration?)
    • Low-Budget-Vegan-Facebook-Gruppe

selber machen statt kaufen oder essen gehen 
  • Einnahmen- und Ausgabenbuch, um herauszufinden, wo das Geld flöten geht
  • selber machen anstatt von Fertigprodukten - es gibt kaum was, das man nicht selbst machen kann (stress dich dabei bitte nicht - wenn du einen Vollzeitjob hast, wirst du kaum alles selber machen können, aber vielleicht ETWAS...) Dies sind nur Beispiele:
  1. Brot
  2. Aufstriche/ Käse
  3. Fleischersatzprodukte
  4. Pflanzenmilch, Tofu, Joghurt
  5. Saucen...
  6. Gemüsebrühe aus Gemüseresten 
  7. ...
 Dr. Google oder diese Rezepte können sehr hilfreich sein...
  • Gemüse, Salat, Kräuter... anbauen (geht auch auf Balkonien bzw. kleinem Raum) - entsprechende Bücher als Bücherei-Anschaffung vorschlagen oder gebraucht kaufen:
    • Kathryn Hawkins: Naschen erlaubt: Frische Ernte vom Balkon
    • Andrea Heistinger: Handbuch Bio-Balkongarten: Gemüse, Obst und Kräuter auf kleiner Fläche ernten

Einkaufs- und sonstige Spar-Tipps
  • Einkaufszettel (wieviel brauche ich wirklich?) 
  • Wochen-Speiseplan erstellen anhand von Wochenangeboten, danach einkaufen
  • Low-Budget-Rezepte sammeln: einfache Aufläufe, Suppen, Pasta... (Google nach Low-Budget-Rezepten oder lies hier. Wenn du Lust hast, verblogg doch deine eigenen - vielleicht sogar im Rahmen einer Blogreihe - und verlink sie hier!)
  •  Angebote kaufen/ Preisvergleich anstellen 
  • saisonal und regional einkaufen 
  • gesättigt neigst du weniger zu Spontan-/ Lusteinkäufen
  • große Mengen (zu mehreren) zum kleineren Preis kaufen( oft auch online oder im Bioladen möglich) - bitte achtet auf die Preise: Manchmal sind die größeren Mengenpakete nicht billiger... 
  •  getrocknete Hülsenfrüchte statt solche in Dosen kaufen
  • Reste verwerten, z.B. in Eintöpfen (plan feste Tage für Resteessen ein) oder einfrieren
  • Gemüse/ Obst kurz vor Feierabend (Samstag!!) kaufen
  • Wasser/ Tee trinken anstatt teure Markengetränke (viele Menschen trinken zu wenig, denken aber, sie seien hungrig und stopfen sich dann zwischendurch irgendwas rein, was wieder Geld kostet)
  • sättigende, vollwertige Produkte statt raffinierte (mit Geschmacksverstärkern) nehmen
  • in "fetten" Zeiten Vorräte (besonders Grundnahrungsmittel, Hülsenfrüchte …) hamstern bzw. pro Einkauf eine Sache für die Vorratskammer einpacken (aber net übertreiben*g)
  •  Thermobecher/ Wasserflasche und Brotdose/ Obst/ Snack für unterwegs dabei haben, um nicht ganz spontan unbedingt ein Stück Torte haben zu müssen...*g

 Günstig oder sogar umsonst an Futter kommen
  • manche Bioläden stellen eine Geschenkebox raus oder bieten Produkte zum 1/2 Preis an, deren MHD überfällig ist  
  • Mundraub.org (Obst, Pilze, Kräuter u.ä., das der Öffentlichkeit gehört, pflücken) 
  • Tafeln gibt es in bundesweit für Bedürftige (Ich war selbst eine zeitlang da, und ich kann mich nur für die Qualität der Produkte aussprechen. Vieles  ist nicht vegan, Obst und Gemüse natürlich schon!)
  • Foodsharing: Menschen teilen Essen, das sonst wegkäme, oder verrabreden sich zum
  • gemeinsamen Kochen
  • Containern - um es klar zu sagen: Ich fordere hier niemanden dazu auf, aber es ist eine gängige Möglichkeit, um an Essen zu gelangen, das entsorgt wurde, aber meist völlig unbedenklich zum Verzehr geeignet ist! (bitte lest hier etwas zum Thema Strafrecht und Containern!)
  •  Wildkräuter wie Brennessel, Löwenzahn und Giersch zum Kochen oder für grüne Smoothies benutzen  
    • zusätzlich in einen Wildkräuterkurs investieren (solche Kurse werden häufig von der Stadt/ VHS angeboten, bei Bedürftigen gibt´s nicht selten Preisnachlass)
  • ...

Und was für Spartipps hast du? :) 

Alles Liebe und lass dir von nem finanziellen Engpass nicht die Laune verderben. Es geht vorüber! ;)
Momo

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