Dienstag, 25. Juni 2013

20. Junikalender-Türchen: "Mehr Rohkost spielerisch in den Speiseplan integrieren" (inkl. Rezept)

Ramona schreibt auf Jademond.de von ihrem Alltag, über Ernährung, nachhaltiges Leben, Bermerkenswertes, Yoga und über vieles Spannende mehr. Die Seite ist in Tagebuch-Form gehalten, ein Tagebuch, das sie mit uns teilt und mit dem sie zum Austausch einladen möchte. Dadurch, dass sie annährernd täglich postet, ist sie für mich sehr präsent in meiner morgentlichen Blogrunde. :) Ich genieße ihre inspirierenden Beiträge und finde den Weg, den sie über die Jahre vollzieht und vollzogen hat sehr spannend. Ich lese gern bei ihr, da sie so angenehm-leicht (im positiven Sinne!) schreibt. Ihre Themenbandbreite sagt mir sehr zu, ebenso mein Gefühl, dass hier jemand schreibt, der sich die Dinge erarbeitet und sie wirklich für sich durchdrungen hat, eine Frau, die nichts einfach übernimmt, sondern nachspürt, in Wandlung inbegriffen ist, ohne rastlos zu wirken. Auf mich hinterlässt Ramona in ihrem Schreiben einen sehr authentischen, alltagsnahen und angenehm klaren Eindruck. 
Grau ist alle Theorie - letztlich geht es doch auch bei all´ den Themen, die wir uns auf unseren Blogs so vornehmen, um das Leben selbst. Und so beendet Ramona den Junikalender-Zyklus mit einem Beitrag, der im Leben ansetzt und dazu inspirieren kann anzufangen: da, wo wir möchten und wie wir möchten. Danke, liebe Ramona, für diesen schönen Artikel! <3
 
Logo: Ramona
Frau Momo hat mich als Gastbloggerin zum Junikalender eingeladen. Ich freue mich sehr, zusammen mit so vielen interessanten und vielseitigen Schreiberlingen hier auftreten zu dürfen. Eine tolle Idee!
Ich bin Ramona und schreibe auf jademond.de über alles, was mich beschäftigt. Dabei reicht die Themenvielfalt von Familie über Ernährung, Kreativität bis hin zu spirituellen Gedanken. Manchmal gibt es auch einen Podcast. Ich gewähre heut ein bisschen Einblick in unsere Küche und verrate ein paar Tricks, wie wir unseren Speiseplan möglichst frisch gestalten.


Mehr Rohkost spielerisch in den Speiseplan integrieren

Vielleicht ist eine Umstellung auf 100 % Rohkost zu radikal für dich. Aber du möchtest trotzdem deinen Speiseplan vitaler gestalten und den Rohkostanteil langsam erhöhen. Schon einige Jahre experimentiere ich mit vegetarischer, veganer und roher Ernährung und beobachte, wie es mir in den verschiedenen Phasen so geht. Dabei folge ich keiner Ideologie, sondern schaue, was mir gut tut und für unsere Familie funktioniert. Das kann sich auch immer mal ändern. Wichtig ist es, hinzuschauen und aufmerksam zu sein. Im Winter haben wir ein anderes Essverhalten als im Sommer oder Herbst. Hier verrate ich dir ein paar Tipps, um den Vitalkostanteil in deiner Ernährung zu erhöhen, ohne auf Rohkost umsteigen zu müssen. Dabei kannst du Schritt für Schritt neue Gewohnheiten etablieren und in deinem Tempo zu deiner Wohlfühlernährung kommen.
Foto: Ramona
Zum Frühstück trinken wir immer einen Smoothie. Ich mag ihn gern grün, der Rest der Familie bevorzugt sie gelb oder rot. Unsere Grundzutaten sind immer Ananas & Banane. Der Rest wechselt saisonal und ist meistens Mango oder Orangen, im Sommer gern Pfirsiche. Manchmal ergänzen wir auch mit gefrorenen Himbeeren. Das mag ich aber nicht so gern, weil ich die kleinen Kerne störend finde. Äpfel mag ich im Smoothie nie. Denn durch das Pektin stockt die Masse dann sehr schnell. Wichtig ist, daß das Obst gut reif ist. Den Smoothie gibt es vorm Frühstück, weil Obst eine kürzere Verdauungszeit hat. Falls du die Konsistenz von Smoothie nicht magst, kannst du dir auch einen bunten Obstsalat schnippeln. Finde heraus, ob deine Kinder ihr Obst lieber in Häppchen hübsch angerichtet essen oder knackig im ganzen aus der Hand. Aus Obst (und Gemüse) lassen sich phantasievolle Teller herrichten. oder aus Äpfeln Sterne, Körbchen oder gar Puppenwagen schneiden (das hat meine Kindergärtnerin mit unseren Pausenäpfeln gemacht. Eine wundervolle Erinnerung).

Foto: Ramona
In Wraps und Gemüserollen lässt sich viel frisches Gemüse unterbringen. Für die Wraps lassen sich einfach Fladen aus Mehl, Salz und Wasser backen. Hier findest du ein Grundrezept. Dann kannst du die Wraps nach Herzenslust mit geraspelten Möhren, Gurken, Salat, Tips/Aufstrichen, Hummus, Avocado etc befüllen. Für Gemüserollen kannst du Reispapier kaufen und darin deine Rohkost unterbringen. Die Rollen lassen sich gut in Sojasauce dippen. 


Zu fast jeder Mahlzeit essen wir Salat. Entweder als Beilage oder als Hauptspeise zusammen mit Brot, Pellkartoffeln oder Bratlingen. Ich probiere gern verschiedene Varianten. Mal gibt es einen bunten Salatteller wie im Restaurant, mal einfach eine große Schüssel. Wenn nicht alle Familienmitglieder jede Zutat essen, kannst du ein kleines Salatbuffet bereitstellen, wo sich jeder seinen Wunschsalat mit den Zutaten zusammenstellen kann. Beim Salat-Bereiten und -Schnippeln können schon die Kleinsten mithelfen. Salat schleudern, rupfen, Gemüse schnippeln… Der Wolf, mein 5 jähriger Sohn, macht am liebsten das Dressing.
Belegte Brote (zum Frühstück, Abendessen, Schule, Kindergarten) bekommen bei mir immer ein Salatblatt, Gurkenscheiben, Tomate, Kresse oder was anderes Frisches als Beigabe.
Foto: Ramona
Auf Pizza mögen wir das Gemüse gern knackig und frisch. Deshalb backen wir den Teig im Ofen vor und belegen die Pizza erst kurz vor Ende der Backzeit. So haben wir eine knackige Pizza und trotzdem kein verbackenes Gemüse. 
Foto: Ramona
Pasta gestalte ich bunt, indem ich Zucchini und Karotten mit einem Sparschäler in feine Streifen schäle und unter die Paste hebe. So wird das Gemüse warm, aber nicht verkocht. Auch Spinat und Champignons heben wir roh ganz am Schluss unter.

Blumenkohl kann man gut auch roh knabbern. Dazu schmecken Oliven oder Cashewnüsse gut. Die grünen Stengel vom Brokkoli kannst du fein hobeln und zu Salaten dazugeben. Champignons schmecken auch gut im Salat. Spargel schmeckt roh, in feine Scheiben beschnitten, im Salat oder einfach so geknabbert. 


Besonders beliebt bei meinen Kindern ist Eis. Das essen sie in allen Varianten. Reste vom Smoothie friere ich in Eisbehälter ein. Das dürfen sie zu jeder Tageszeit essen. Manchmal ersetzt es eine Mahlzeit. Auch Bananen kannst du schälen, halbieren, mit einem Eisstiel versehen und einfrieren. Banane am Stiel. Wenn kein Eis da ist, essen die Kinder gefrorene Himbeeren (oder Sauerkirschen) als Snack und Knabberei. Die sind eigentlich immer in unserem Gefrierfach. Etwas aufwändiger, aber auch sehr lecker, ist eine cremige Eiscreme aus gefrorenen Bananen (und anderen Früchten nach belieben), die du in einem starken Mixer zu einer cremigen Masse verarbeiten kannst. 


Du siehst, mit wenigen kleinen Schritten, kannst du eine bunte Vielfalt zaubern und für jeden finden, was gut passt, ohne grundsätzlich auf etwas verzichten zu müssen. Probier es doch mal aus! 


Ich freue mich über deine Rückmeldung. Vielleicht hast du ja auch noch die ein oder andere Idee für mehr Frische und Vitalkost im Speiseplan.

Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!




Montag, 24. Juni 2013

Haarwäsche mit indischen Kräutern: Cassia und Shikakai

Lange habe ich nichts mehr von der Beautyfront berichtet, dabei läuft doch seit fast einem Jahr mein mehr oder weniger erfolgreicher Selbstversuch, ein nachhaltiges, günstiges, regionales, pflegendes Produkt zur Haarwäsche zu finden oder selbst herzustellen.^^ Ein umfassender Review erfolgt an anderer Stelle, denn ich möchte heute mal gesondert über meine Erfahrungen mit indischer Kräuter-Haarwäsche erzählen.

Im Zuge meines Gewinnspiels vor einigen Wochen kommentierte auch die liebe Prusse bei mir, durch deren Blog "Lange Haare" ich auf indische Kräuter aufmerksam wurde. Sie schildert dort an verschiedenen Stellen so begeistert ihre Erfahrungen mit Shikakaipulver, das ich direkt Feuer und Flamme war und es auch mal damit probieren wollte. Vermutlich auch, weil ich durch etliche Experimente ein wenig genervt, aufgerieben und somit bereit war, auch mal auf etwas zurückzugreifen, das nicht mal annähernd vor meiner Haustüre wächst und selbst zusammengepanscht werden kann! :D Obwohl Panschen eigentlich ein gutes Stichwort ist...

Dr. Google befragt, stieß ich direkt auf die Firma Khadi. Die war mir selbstverständlich bekannt. Sie steht für natürliche, biologisch und ohne Tierversuche hergestellte Produkte und fairen Handel. Hier erfahrt ihr mehr über das Unternehmen und sein Selbstverständnis
Ich klingelte durch und sprach direkt mit einem der Geschäftsführer, Herrn Giese, der mich sehr freundlich beriet und mir neben dem von Prusse so beworbenen Shikakai noch Cassia (neutrales Henna ohne Färbewirkung) ans Herz legte. Beides in Kombination verwendet, könne er nur empfehlen. Schon am Telefon erfuhr ich einiges über die Anwendung, aber auch, dass beide Kräuter weniger zur Haarwäsche geeignet, sondern mehr wie eine Kur/ ein Conditioner zu begreifen seien. Hm... Prusse hatte tatsächlich von Erfolgen bei ihrer Haarwäsche berichtet... Na gut, ich würde es ja wohl erleben.

An dieser Stelle vorweg erst einmal mein allerherzlichstes Dankeschön dafür, dass ich die Khadi-Produkte liebenwürdigerweise zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen habe. :)


Ein paar allgemeine Infos:
Shikakai (hindi: शिकाकाई, śikākāī; in Sanskrit Saptala) ist die Frucht einer Akazien-Art, welche in Zentralindien wächst. Diese wird vermahlen, mit Wasser vermischt und als traditionelles, ayurvedisches Shampoo (!!!) und Haarpflegemittel angewandt .
Shikakai enthält haarpflegende und -aufbauende Wirkstoffe, jedoch keine chemischen Zusatzstoffe, wodurch es insbesondere für Allergiker, Menschen mit empfindlicher Kopfhaut und Kinder ein ideales Haarpflegemittel darstellt.




Cassia (also neutrales Hennapulver) ist ein natürlicher Haar Conditioner, der das Haar stärkt und ihm neuen Glanz verleiht. Die Haarstruktur wird gestärkt, dünnes, feines Haar erhält mehr Volumen. Ebenso wie Shikakai enthält Cassia keine chemischen Zusätze oder Konservierungsstoffe.



Nun zu meinen Erfahrungen!
Verpackung/ Inhalt und Bedienungsanleitung:
Schon bald nach meinem Gespräch mit Herrn Giese von Khadi trudelte mein Päckchen ein. Verpackt waren beide Pulver in Plastik. Dem Shikakaipulver war zudem eine Metalldose beigelegt, die ich sehr praktisch hinsichtlich der weiteren Aufbewahrung finde. Beim Cassiapulver gab es keine Dose, dafür aber Einmalhandschuhe. Nein, ich mag kein Plastik, andererseits fand ich es gut, dass die Packung alles enthielt, was ich brauchte. Zudem verwende ich diese Handschuhe öfter, denn sie lassen sich problemlos reinigen.
Weiterhin fand ich jeweils eine sehr ausführliche Bedienungsanleitung in klar verständlichem (!!)  Deutsch vor. Und nein, Bedienungsleitungen sind nur zu häufig nicht mein Fall. Diese hier waren aber sehr gut aufgemacht: Sie lieferten notwendige, einfach umzusetzende und unmissverständliche Informationen.
Versuchsaufbau 1:
Durch mein Hennaexperiment bereits ein wenig "kampferprobt" wagte ich einen ersten Versuch mit einer Mischung von gleichen Anteilen beider Pulver, ohne mir einen Tag vorab die Haare zu waschen. Ich wartete stattdessen so lange, wie ich sonst auch warte  (mittlerweile 2-3 Tage)
Ich mischte also beide Pulver mit heissem Wasser zu einer streichfähigen, gewöhnungsbedürftig lustig riechenden Paste und ließ sie auf Körpertemperatur abkühlen. 

Während dessen machte ich mir die Haare nass, legte Handschuhe, ein altes Handtuch, Schere, Klarsichtfolie (nachhaltiger wäre eine wiederverwendbare Badekappe) und Fön bereit. Als die Paste gebrauchtsfertig war, beugte ich mich über das Waschbecken und massierte sie gründlich mit behandschuten Händen ins Haar. Handschuhe aus, Klarsichtfolie um den Schlammkopf gewunden, abschneiden und festföhnen. Dann noch das Handtuch um den Kopf geschlungen und die halbe Stunde für weitere Verschönerungs- oder Entspannungsaktionen nutzen. Nach Ablauf der Einwirkzeit wusch ich das Zeuch die Paste gründlich aus.
Wirkweise am lebenden Subjekt - Versuchsaufbau 1
Die Waschkraft reichte trotz längerer Einwirkzeit nicht aus, um mein Haar in gewohnter Schönheit (rofl) erstrahlen zu lassen. Die Haare waren strähnig, ohne Volumen, fühlten sich ungewaschen an und sahen auch danach aus! Ich bemerkte tagsüber ein Jucken - ein deutliches Anzeichen, dass erneutes Haarewaschen angesagt war.
Versuchsaufbau 2:
Den nächsten Versuch wagte ich allerdings erst einige Zeit später. Dieses Mal war ich ja bereits "vorgewarnt", so dass es einen Tag zuvor die gewohnte Natronwäsche inkl. Rinse gab. Dieses Mal verwendete ich nur Shikakai. Das Ergebnis war viel besser: Mein Haar glänzte wunderschön, ließ sich super bürsten und war voluminös.
Badezimmer-Reinigung:
Ja, das Badezimmer wurde dreckig, aber nicht über die Maßen. Ich habe die Aktion "Kräuterhaarwäsche" mit dem Wochenendputz verbunden und nicht stundenlang im Badezimmer geschrubbt. Alles also im vertretbaren Rahmen, aber was mich anbelangt nichts für werktags.;)
Fazit:
Auch wenn ich die Wäsche mit einer Mischung beider Pulver nach der Natronwäsche noch nicht versucht habe, ebenso wenig Cassia alleine, bin ich durchaus angetan von beiden Produkten und auch überzeugt, dass sich für mich eine positive Erfahrung wiederholen ließe, wenn ich vorab meine Natronwäsche mache. Und vielleicht würde ich mit der Zeit auch zu denjenigen gehören, die nur noch mit den Kräutern waschen, denn es gibt Frauen - wie eben Prusse - die darauf schwören. Probiert´s aus! :)
Dazu denke ich, dass es wie mit allen Alternativen zur konventionellen Haarwäsche ist: Man braucht Geduld, Selbstbewusstsein - tragt mal tagelang einen Fettkopf in der Gegend spazieren, dann wisst ihr, was ich meine*g - und nicht jeder Haartyp reagiert gleich auf das selbe Produkt. Wer es also mit Shikakai und Cassia versuchen will, dem empfehle ich eine Haarwäsche vorab mit Natron oder einem anderen silikonfreieen Haarwaschmittel seiner Wahl. Lest euch vorab gründlich die Anleitung durch - unbedingt bei stark strapaziertem oder blondiertem Haar zu beachten! 
Mein Fazit bestätigt die Erfahrungswerte von Herrn Giese: Die Kräuter eignen sich prima als Conditioner und wenn man mal etwas Gutes für seine Haare tun will. 
Preislich wäre die tägliche Wäsche oder auch nur eine im 3-Tages-Rhytmus für mich nicht erschwinglich. Aber was den Rhythmus und das subjektiv als perfekt empfundene Haarhygienemittel angeht, muss wohl jeder "seins" herausfinden. 
Allein der Batzerei wegen wäre mir die Prozedur unter der Woche eindeutig zu aufwendig. Dann doch lieber mal einen Beauty-Tag einlegen und die "Schlammschlacht" genießen - am besten, wenn ihr eh´grad putzen wollt!^^ 
Es liegt in der Natur der Sache, dass indische Kräuter aus Indien kommen!^^ Und für mich bleibt´s ein Wermuttropfen und ein Problem, das ich nicht abschließend für mich lösen kann: den fairen Handel und damit die Menschen in Indien unterstützen, aber in Kauf nehmen, dass ein Produkt für mich um die halbe Welt reist oder eben vor Ort nach Alternativen schauen? Ich tendiere zu Letzterem, wenngleich es diesbezüglich für mich keine eindeutige Antwort gibt und ich mal wieder an den Punkt komme, dass es häufig keine harmonische Wahl im ganzheitlichen Sinne gibt!
Ich würde beide Kräuterpulver durchaus weiterempfehlen - an experimentierfreudige Mädels, deren Nase nicht zu empfindsam ist, an solche, die ein wenig Zeit mitbringen und nach einer tollen Kur suchen. 

Es gibt übrigens noch weitere Haarwaschpulver von Khadi - teils auf Basis von Waschnüssen. Wer diese vermeiden will: Reetha = Waschnuss! Wer es sich einfacher machen will, der kann auch direkt indisches Kräutershampoo kaufen. Wenn ihr mehr über Selbstversuche mit indischen Kräutern lesen wollt, empfehle ich euch einen Blick hierhin:

Lange Haare
Hair - alles über alternative Haarpflege  
Indische Haarwaschpulver - You Tube Video 
Kust for you Blog - "Mein geliebtes Khadi Shikakai Pulver" 
Langhaarnetzwerk (einfach mal nach Kräuterwäsche oder speziellen Kräutern suchen!)

Weitere Quellen:
Khadi Indienprodukte
Wikipedia


Wie sind eure Erfahrungen mit indischen Kräutern und alternativen Haarwaschmethoden?

Liebste Grüße und euch ein wunderschönes Wochenende,
Frau Momo


19. Junikalender-Türchen: "Ashtanga-träge?"

Junikalender - was ist das?
Noch eine Vegan-Wednesday-Frau ist mit von der Partie! Damit meine ich einer der Orga-Damen, nämlich Regina von muveg.com, die den Vegan Wednesday mitorganisiert. 
Regina - das ist eine vegane Foodbloggerin, die sich aber auch dem Yoga "verschrieben" hat, weswegen ich seinerzeit angefangen habe, ihren Blog regelmäßiger zu lesen. Wie ich hat sie den Weg zur veganen Ernährung übers Yoga gefunden. 
Sie bloggt über alles, was sich so mit dem Thema "Vegan leben" befasst, aber eben auch zum Yoga. Heute liefert sie einen Beitrag aus der Yoga-Rubrik. Wer sie noch nicht kennt: Klick! Danke, dass du dabei bist, Regina! :) 

Logo: Regina

Als mich die liebe Frau Momo anschrieb und fragte, ob wir nicht einen Weihnachtskalender im Sommer machen wollen würden, war ich sofort hellauf begeistert! Warum denn für solch schöne Sachen bis zum Advent warten müssen? Nun ja, das Wetter erinnert zwar auch ziemlich an den Spätherbst derzeit, aber trotzdem ist dieser Kalender zur Jahresmitte eine sehr schöne Aktion.
Frau Momo bat uns, etwas zu unserem Blog zu schreiben. Nun – mein Blog befasst sich seit einem dreiviertel Jahr vor allem mit der veganen Lebensweise und seit fast zwei Jahren mit meinem Yoga-Weg. Yoga und vegane (oder vegetarische) Ernährung gehören irgendwie zusammen. Ich glaube erst durch Yoga konnte ich den Schritt vom Langzeitvegetarier (14 Jahre lebte ich ovo-lacto-vegetarisch) zur veganen Lebensweise schaffen. Etwa ein Jahr nach meinem Eintritt in die Yogawelt habe ich Ashtanga als passenden Yogastil für mich gefunden – wurde aber vor ein paar Monaten irgendwie “müde” davon...

Ashtanga-träge?

Bild: Regina
Am Morgen des 30. Mai – ein Feiertag für uns Glückliche hier in Süddeutschland – hatte ich Kopfschmerzen und war irgendwie extrem müde. Ich wollte eigentlich nur im Bett bleiben, ein gutes Buch lesen und Tee trinken (passend zum Dauerregen). Aber das ging nicht. Denn in der Anfangseuphorie der 30-Tage-Ashtanga-Challenge, um genau zu sein am 19. Tag der Challenge, meldete ich mich zusammen mit unserer lieben Yogalehrerin Katja und zwei fleißigen Mitstreiterinnen für ein “Meet the Masters” bei Jivamukti Yoga München an.  
Und zwar nicht nur irgendendeinem Yoga-Master, sondern Dr. Ronald Steiner - quasi der Ashtanga-Guru Deutschlands. Denn der Sohn einer Yogalehrerin studierte Sportmedizin und gehört zu den wenigen sowohl von Sri K. Pattabhi Jois als auch von BNS Iyengar zertifizierten und autorisierten Yoga-Lehrern. Entsprechend begehrt sind die Teacher-Trainings bei ihm, denn er steht dafür, die Brücke zwischen angewandter Anatomie und des Yoga Sutra, der Yoga-Philosophie, spielerisch schließen zu können – die Brücke zwischen des traditionsreichen Ashtanga als auch der modernen Kenntnisse der Medizin.
Der Workshop, für den wir uns also fünf Monate im Voraus anmeldeten, lief unter dem Motto “Asana Praxis & Yoga Sutra. Praktische Philosophie.”  Am Morgen des 30. Mai lag das Ende meiner 108-Tage-Ashtanga-Challenge, die aus der 30-Tage-Challenge resultierte, bereits einen Monat hinter mit. Die Motivation, die mir am Ende der Challenge für die tägliche Praxis fehlte, hatte ich immer noch nicht wiedergefunden. In dem einen Monat hangelte ich mich von Lunch-Yoga zu ein paar Einheiten bei yogaeasy.de und 1-2 Mysore-Stunden.
Und so war meine Motivation vor dem Start des Workshops recht gering. Aber nun, drei Stunden nach dem Ashtanga Workshop mit Dr. Ronald Steiner, muss ich sagen, dass ich wirklich froh bin, hingegangen zu sein. Dieser Workshop hat mich wieder an meine anfängliche Begeisterung für Ashtanga erinnert – die Konzentration auf das “Ich”, auf das “Hier” und das “Jetzt auf der Yogamatte” - ohne große Ablenkung, ohne Feuerwerk - just practise. 
Bild: Regina
Ron Steiner hat mich an das erinnert, was ich bereits bei Katja (Ashtanga Yoga München) gelernt habe. Nämlich, dass Ashtanga zwar die urspünglichste Yogaform ist, die sich auf das Wesentliche konzentriert, aber dass dafür auch ein starker Wille und Durchhaltevermögen notwendig ist. Momentan bin ich frisch motiviert. Der Workshop war wie ein Schritt zur Seite, um einen anderen Blickwinkel zu bekommen und gleichzeitig dadurch neue Motivation und Anregung zu finden. Ich freue mich schon auf die nächste Ashtanga-Lunch-Session und die Mysore-Session bei Katja. Und, ich werde bei yogaeasy.de jetzt auch die Ashtanga-Videos von Ron Steiner testen. Aber ich habe auch – vor allem in den letzten Wochen – (über mich) gelernt, dass ich momentan manchmal einfach auf Autopilot schalten und mich durch eine Yogastunde leiten lassen möchte, die mich durch eine unterschiedliche Asanas-Abfolge auch überraschen darf. Also werde ich auch weitere Yogastile erproben und nicht auf Ashtanga beschränken – vielleicht kann ich ja so eine nächste Motivationsflaute verhindern.
Namasté!

Bild: Regina

Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!

Sonntag, 23. Juni 2013

18. Junikalender-Türchen: Bärlauchpaste


Ja, ich weiß: Die Bärlauchzeit ist rum. Aber vielleicht seid ihr ja schlauer als ich und habt welchen eingefroren. Sonst müsst ihr wohl wie ich auf die nächste Bärlauchsaison warten und mit anderen Kräutern wie Basilikum vorlieb nehmen. :D
Auch Kates Blog Trying to be a good girl habe ich über den Vegan Wednesday entdeckt und prompt abonniert. Neben dem großen Thema "(vegane) Ernährung" finden sich hier schöne Dinge wie - ähhhhh - Fussball und Anderes. Nein, ich bin kein Fussballfan*g, aber dennoch finde ich bei Kate immer wieder die eine oder andere Inspiration. Ihre Fastenzeit-Aktion aber auch die Posts zur IDA-Kiste fand ich z.B. sehr spannend und informativ. An Kates Blog schätze ich - wie überhaupt -, dass ich das Gefühl habe, dass mir hier ein sehr authentischer, facettenreicher, kreativer Mensch begegnet! Und außerdem isse ne Kölsche Mädche, also quasi meine Nachbarin und hier und heute mit dabei: beim Junikalender! :)
Wer sie noch nicht kennt, kann das ja jetzt ändern! :D

Logo: Kate

Hallo, ich bin Kate vom Blog Trying to be a good girl und ich freu mich riesig, euch heute in Frau Momos Kalender beehren zu dürfen. Ich liebe Adventskalender! Als die Anfrage kam, war auch das Wetter passend, insofern habe ich mich nicht lange bitten lassen. Die Entscheidung, mit was ich mich beteilige, war da etwas schwieriger, schließlich möchte ich euch ja alle glücklich machen und es soll zu „Einfach Vegan Leben“ passen. Wobei, da unterscheide ich mich eigentlich gar nicht grundsätzlich von Frau Momo, schließlich geht es in meinem Blog auch um die schönen Dinge des Lebens im Allgemeinen, von leckeren Rezepten bis Fußballtipps, wie auch um die Aspekte des veganen Lebens im Besonderen. Einfach ist nicht immer alles, manchmal kann ich mich auch fürchterlich aufregen und mache mir dann durchaus auch im Blog Luft. ;-) Ansonsten bin ich aber ein sehr friedfertiger und fröhlicher Mensch und versuche meine Lebensfreude mit meinem Blog ein bisschen zu verstreuen und vielleicht ja sogar die Welt ein bisschen besser zu machen.

Bärlauchpaste
Bild: Kate
Seit der Fastenzeit ist einer meiner Ansätze, dass ich versuche, mich so weit wie möglich auf regionale und saisonale Lebensmittel zu beschränken und möglichst viel selbst zu machen. Dabei ist das Rezept für diese Bärlauchpaste entstanden. Vielleicht könnte man es auch Pesto nennen, auf jeden Fall kann man die Paste verwenden wie ein Pesto, aber sie eignet sich ebenfalls wunderbar als Brotaufstrich oder für was auch immer ihr mögt, da sie ein bisschen kräftiger/dicker in ihrer Konsistenz ist als Pesto, wie ich finde. Sie ist superschnell gemacht und war eine Spontanidee, nachdem ich in der Morgensonne bei meinen Eltern im Garten Bärlauch geerntet hatte.

Die Menge der Zutaten könnt ihr natürlich variieren, je nach Geschmack, seht das Rezept einfach als grobe Orientierung, ich habe die Zutaten frei Schnauze genommen wie es passte und dann nur gewogen, damit ich euch einen Anhaltspunkt bieten kann. Damit habt ihr am Ende etwa die Menge von einem Pestoglas. Mehr Bärlauch bringt sicherlich mehr Freude, ich hatte aber leider nicht mehr mehr da, weil ich vorher schon zu gierig war. ;-) Hat aber auch den Vorteil, dass man kleine Mengen immer wieder frisch machen kann, allerdings hält sich die Paste im Kühlschrank durchaus ein paar Tage.


Zutaten:
30 g Cashews
80 g Bärlauch
100 g Olivenöl
Knoblauch
grobes Meersalz
Hefeflocken
ggfs. etwas Zitronensaft


Zubereitung:

Bild: Kate
Den Bärlauch waschen und in Stücke rupfen (wichtig: Nicht schneiden, sonst wird er bitter!). Dann zusammen mit den Cashews durch den Mixer jagen und pürieren. Falls euer Mixer/Pürierstab nicht ganz so stark ist, zerkleinert ggfs. die Cashews vorher bereits mit einem Messer, damit ihr ihn nicht hinrichtet. Ihr könnt auch schon etwas Olivenöl zugeben, wenn es dann leichter ist. Für alle, die in der glücklichen Lage sind einen Vitamix zu haben, damit ist es kein Problem, ihr könnt erst Cashews und Bärlauch zerkleinern und dann nach gewünschter Konsistenz mit dem Olivenöl auffüllen. Dann wiederum durchmixen mit dem Olivenöl und schließlich mit Knoblauch, Meersalz und Hefeflocken abschmecken. Wer mag, kann auch ein wenig Zitronensaft zugeben, dadurch bekommt die Paste nochmal eine besondere Note.
Da der Bärlauch selbst bereits ein Knoblaucharoma hat, kann man mit dem Knoblauch sparsamer umgehen, als man es vielleicht sonst tun würde. Die Hefeflocken sind für ein leichtes Käsearoma, wie man es vom Pesto kennt. Hier braucht man allerdings schon eine größere Menge, zaghafte Würzversuche gehen sonst gegen den dominanten Bärlauch unter. Wer das Käsearoma aus dem Pesto nicht braucht, kann auch variieren und die Hefeflocken weglassen oder einfach weniger davon nehmen, da sie dann der Paste eine gewisse Milde im Geschmack verleihen.
Ihr habt also einige Variationsmöglichkeiten und alle sind sehr, sehr lecker! Die Paste in ihrer Standardvariante hat sogar eine ganze Hochzeitsgesellschaft um den Finger gewickelt...



Lasst es Euch schmecken!


Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!

Samstag, 22. Juni 2013

17. Junikalender-Türchen: "Heilige Zeit"


Karmindra von Glowing Life (ehemals: Wurzelschneiderin) habe ich, wenn ich mich recht erinnere, bei Amala entdeckt, mit der ich das Interview zu Kundalini-Yoga geführt habe, das am 14.06. als Junikalender-Beitrag hier veröffentlicht wurde. Karmi offeriert wirklich alles, was mein Leserherz begehrt: Spritualität, Buchrezensionen, Food, Nachhaltigkeit/ Umwelt, Beauty und ganz viel mehr. Sie hat ein wunderschönes Layout und immer wieder Beiträge, die mich auffordern, ansprechen und anregen. Selbige sind wirklich liebevoll aufgemacht, haben Inhalt und Persönlichkeit - ein Rundum-Wohlfühlpaket sozusagen, zumindest für mich. Karmi verdanke ich es übrigens, dass ich meine Abneigung gegen Challenges (bzw. gegenüber dem Begriff) über Board geschmissen und mich zu einer solchen habe motivieren lassen, denn sie hat die Yoga-Challenge intiiert, die derzeit auf allen möglichen Blogs thematisiert wird! :)
Logo: Karmindra
Mein Name ist Karmindra und ich bin Autorin des „Wurzelschneiderin"-Blog Blog Glowing Life. Dort beschäftige ich mich mit der Liebe zum Leben, Kreativität, Ernährung, Naturverbundenheit, Hexentum, Yoga und Spiritualität. Ich schreibe, wonach mir der Sinn steht , versuche Schönheit in allen Dingen zu sehen und ein möglichst friedvolles Leben zu führen. Mein Blog ist ein Versuch, ein wenig Schönheit mit euch zu teilen, euch zu inspirieren und zu eigener Achtsamkeit anzuregen. Namaste!


Heilige Zeit 
Bild: Karmindra

Wenn man von Frauenspiritualität reden will, so spielt die Kraft des Blutes, das bei Frauen in der fruchtbaren Phase monatlich fließt, eine große Rolle. Zu früheren Zeiten wurde die Menstruation als heilig angesehen. Frauen galten als etwas Besonderes und ihrem Blut wurde eine besondere Macht zugesprochen. Diese Machtzusprache wandelte sich im Laufe der patriarchalen Entwicklung. Das Blut wurde nicht mehr geheiligt, sondern als unrein, schmutzig und sündig betrachtet. Menstruierende Frauen wurden aus der Gesellschaft ausgegrenzt, in Hütten verbannt und aus dem Alltagsleben ausgeschlossen. Es herrschte der Glaube, mit einer menstruierenden Frau in Kontakt zu kommen, mit ihr zu schlafen oder auch nur ein Bettlaken mit ihr zu teilen, mache krank. Sie durfte keine Hausarbeit verrichten, da sie das Vieh krank mache, durch ihre Berührung das Essen verderbe und das Trinken schlecht würde. Sogar die Ernte würde sie beeinträchtigen.
Wir sehen uns gerne als aufgeklärte, fortschrittliche Gesellschaft, aber sieht man einmal genau hin, findet man auch heute noch viele Vorurteile, Ängste und Ablehnung bzgl. dieses Themas. Viele Frauen fühlen sich während ihrer Periode unpässlich, unwohl oder gar schmutzig. Viele haben während dieser Zeit Schmerzen. Immer wieder hört man von Frauen, die ihre Menstruation als Qual und Last empfinden. Manche scheuen nicht davor zurück, sich Hormonimplantete setzen zu lassen, die 3-Monats Spritze anzuwenden oder die Pille ohne Pause durchzunehmen - neben der Verhütung vor allem, damit sie keine Periode mehr erleiden müssen.

Schalten wir den Fernseher an, sehen wie Werbespots für Hygieneartikel, die sich vor allem damit rühmen, die Blutung möglichst unauffällig, im Verborgenen, sauber und geruchsneutral ablaufen zu lassen. Tampons und Binden sollen uns ermöglichen unsere Periode diskret zu verbergen. Niemand braucht mitbekommen, das wir bluten, wir werden nicht riechen oder tropfen und dürfen uns trotz Menstruation sauber und glücklich fühlen.
Wir sehen blütenweiße Binden oder Tampons, auf die eine hygienisch einwandfreie, blaue Flüssigkeit geträufelt wird, welche unser Blut darstellen soll. Ich glaube, würde man in einer Tamponwerbung statt dessen Blut verwenden, um zu zeigen wie wunderbar sich der Tampon mit dem roten Blut vollsaugt, würde dies eine Menge Ekel und Scham bei den Zuschauern auslösen.

Hört man einmal genauer hin, findet man viele abwertende Begrifflichkeiten für die Zeit des Mondblutes. Frauen sprechen gerne mit einem ironischen Unterton von ihren Happy Days, sie haben ihr monatliches Unwohlsein, die kritischen Tage, sind unpässlich oder man hört andere sagen “Die hat ihren Kram / ihr Zeuch“. „Ach, die hat ihre Tage“ - ein beliebter Ausspruch, um Frauen zu unterstellen, sie seien gerade besonders anstrengend, zickig und übel gelaunt.
Tatsächlich ist es aber so, dass unser eigenes Denken über unsere Menstruation eine große Auswirkung auf unser Empfinden während dieser Zeit hat.
Die meisten Frauen bekommen irgendwann mit, dass wir in einem bestimmten Alter anfangen monatlich zu bluten. Vielleicht sagt man uns, dass wir dann zwar eine Frau seien, damit aber eine große Last mit uns tragen müssten. Wir würden in dieser Zeit besonders umständlich sein, zickig, sensibel, aggressiv usw. Wir würden Schmerzen im Bauch und im Rücken haben, vielleicht auch im Kopf und anderswo. Das Leben solle in dieser Zeit angeblich keinen Spaß machen, alle Aktivitäten seien eingeschränkt, vor allem Sport und Schwimmen wären ungünstig in jener Zeit.
Zur Lösung dieser Probleme werden uns OB´s, Binden, Pillchen, Tabletten und Hormonpräparate angeboten.

Damit unterdrücken wir aber leider auch unseren eigenen Zyklus, unsere Verbundenheit mit den Zyklen der Erde. Tag und Nacht, Ebbe und Flut, Zeit der Fruchtbarkeit, Zeit des Blutes. Der Körper der Frau zeigt beispiellos ihre Verbundenheit mit den Zyklen der Natur und mit Mutter Erde. Der Zyklus der Frau ist oft so lang wie ein Mondzyklus. Sehr oft kann bei Frauen, die nicht hormonell in ihren Zyklus eingreifen, beobachtet werden, dass diese zu Vollmond fruchtbar sind und zu Schwarz/Neumond menstruieren. Viele Frauen kennen es auch von sich, dass sich tatsächlich die Zyklen von Frauen in einer Gemeinschaft (enge Freundschaften) aneinander anzugleichen scheinen. Doch leider empfinden die meisten von uns diese besondere Zeit, in der wir so nah mit unseren Urkräften verbunden sind, die Zeit, in der wir besonders offen und empfindsam sind, als sehr unangenehm. Doch diese Offenheit ist es auch, die uns in jener Zeit so anfällig sein lässt für Stress, Streit, schlechte Stimmung.

Aber eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass wir uns in dieser Zeit so unwohl fühlen, wenn wir es nun mal nicht anders vermittelt bekommen. Doch durch die Änderung unserer Einstellung können wir auch unser Empfinden ändern. Wenn wir lernen die Menstruation wieder als etwas Heiliges, Besonderes und Schönes anzusehen, können sich auch unsere Verkrampfungen lösen. Schmerzen können weniger werden oder vergehen.

Heute weiß man, dass Menstruationsschmerzen durchaus organische Ursachen haben können, aber ebenfalls oft psychisch bedingt sind. So geht man heute davon aus, dass viele Frauen unterbewusst ein Problem mit ihrem „Frau-Sein“ haben und gerade deswegen in dieser sensiblen Zeit vermehrt unter Schmerzen und Krämpfen leiden. In den 70er Jahren stellte man erstmals fest, dass Frauen, die unter funktionellen Menstruationskrämpfen leiden (also Schmerzen, die eine organische Ursache haben), einen erhöhten Wert von Alpha-2-Prostaglandin im Blut aufweisen. Durch seine Ernährung kann man einen positiven Einfluss auf die Menstruationsbeschwerden nehmen. So ist es förderlich für die Bildung von hilfreichen, so genannten Serie-3 Prostaglandinen Alphla Linol- und Omega 3 Fettsäuren zu sich zu nehmen. Diese finden sich in hochwertigen Ölen wie Lein-, Oliven und Hanföl. Auch magnesiumreiche Nahrungsmittel können Linderung verschaffen. Es sollte auf eine basenreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse geachtet werden, Zucker, Koffein und Alkohol sollte man genau so meiden wie Milchprodukte und Fleisch, da diese die Schmerzen steigern können.

Ganz wichtig ist Bewegung während der Menstruation. Anstatt die Periode als Entschuldigung vorzuschieben und sich zu verkrümeln, kann es Stresslindernd, schmerzstillend und befreiend wirken sich körperlich zu betätigen und sei es nur ein zügiger Spaziergang an der frischen Luft.

Die Zeit des Mondblutes sollten wir als Zeit für uns selbst zu nutzen. Uns zurückziehen, wenn uns danach ist, auf unsere Bedürfnisse lauschend, mit warmen Decken, heißen Getränken, Tanz, Gesang, Entspannungsübungen, einem Bad oder wie auch immer. Die Zeit des Mondblutes kann dazu genutzt werden, uns unserer besonderen Kraft und Sensibilität zu dieser Zeit zu nähern und diese für uns zu nutzen. So können wir uns einen eigenen Rückzugsort für diese Zeit erschaffen und uns der Kreativität hingeben. 
 

Bild: Karmindra
Beispiele, um die Mondblut-Zeit zu zelebrieren und zu gestalten:
*einen Blutraum gestalten, die Wände mit roter Farbe bemalen oder mit roten Tüchern behängen oder ein Zelt/eine Hütte aus roten Tüchern bauen. Den Raum nach unseren Bedürfnissen einrichten, mit Decken, Kissen, Hockern, Liegen, einem Tisch, Musik, Büchern usw.
*wenn kein ganzer Raum zur Verfügung steht, eine Ecke herrichten, evtl. die Wohnzimmercouch mit einer roten Tagesdecke versehen, rote Kissen darauflegen, einen Alltags-Platz für diese Zeit zum heiligen Raum erklären
*Traumtagebuch führen
*Räuchern – evtl. mit Drachenblut oder anderen rötlichen Harzen
*malen (vielleicht mit dem eigenen Blut?!), plastizieren, Collagen kleben, basteln, erschaffen
*mit unserem Blut Magie weben – es in Rituale und Zauber einbauen, es evtl. als Opfer darbringen
*Blut in Pflanzengießwasser geben

*Energiearbeit, Meditationen, Orakel und Trance praktizieren
*uns mit unserem Blut bemalen
*bewussten und auch unserem Umfeld angekündigten Rückzug gestalten, sich Zeit für sich nehmen
*sich verwöhnen mit einem warmen Bad, duftenden Ölen, einer Gesichtsmaske, sich besonders fühlen
*einen Mondblut-Altar gestalten – Muscheln, Steine, Bilder, Skulpturen können für die Göttin, Weiblichkeit, Brüste, Vulva, Blut etc. stehen. Unsere Monatshygieneartikel können außerhalb der heiligen Zeit auf dem Altar aufgeladen werden
*eine Mondblut-Kette gestalten/tragen, evlt. Aus roten Perlen, oder nur ein schlichter Anhänger. Granat ist ein schöner Frauen- und Blutstein, Mondstein ist ein klassischer Frauenstein


Helferchen für die Zeit der Mondblutung: 
Menstruationstassen
Eine klasse Alternative zu Tampons stellt die sogenannte Menstruationstasse dar. Anstatt wie Tampons das Mondblut aufzusaugen, fängt es dieses einfach auf, wie eine Art Kelch. Die "Tasse" besteht aus Silikon, Latex oder Elastomer und hat eine trichterförmige, flexible Form. Sie wird vor dem Einführen in die Vagina gefaltet, im Körper geht sie dann auf und schließt bei richtigem Sitz dicht ab, so das nichts daneben geht. Bis zu 30ml kann solch eine Tasse auffangen, weswegen man sie je nach Stärke der Blutung bis zu 12 Stunden lang im Körper belassen kann. Zum Wechseln zieht man die Tasse heraus und entleert sie direkt in die Toilette. Mit klarem Wasser ausgespült - auf Wunsch auch mit milder Seife abgewaschen - kann sie sofort wieder eingesetzt werden.

Zur gründlichen Reinigung kann man die Menstasse auskochen, mit Essigwasser waschen oder ein spezielles Desinfektionsmittel benutzen. Es gibt die Tassen in verschiedenen Größen, für junge Frauen die noch nicht gebärt haben, ebenso wie für ältere und Mütter.

Gründe für die Benutzung der Menstasse gibt es viele. Zum einen spart Frau jede Menge Geld und Müll. Über 10.000 Binden & Tampons verwendet Frau im Laufe ihres Lebens. Eine Menstruationstasse hingegen hält viele Jahre lang.

Es gibt Frauen, die davon berichten, seit der Nutzung einer Menstasse weitaus weniger Menstruationsschmerzen und Krämpfe zu haben oder sogar davon befreit zu sein. Eine gefährliche, wenn auch seltene Nebenwirkung bei der Nutzung von Tampons ist das sogenannte TSS - Toxisches Schocksyndrom, bei dem sich bestimmte Bakterien in großen Mengen vermehren und den Körper angreifen. Im Zusammenhang mit Menstassen ist noch kein TSS-Fall bekannt. Manche vertreten die Meinung, dass es gesünder sei eine Menstasse zu benutzen, da Tampons der Scheide Feuchtigkeit entziehen und somit die Schleimhaut schädigen und reizen können. Außerdem enthalten Tampons nicht selten Pestizide, da die verwendete Baumwolle oft mit Pestiziden behandelt ist. Auch andere Gifte und Chemikalien, Weichmacher, synthetische Farb- und Duftstoffe und allergieauslösende Verbindungen können in Tampons enthalten sein.
Dagegen ist die Menstruationstasse gut verträglich und frei von Gift- und Schadstoffen.


Bild: Karmindra
Was viele Frauen abschreckt, ist der direkte Kontakt mit ihrem Blut und ihren Genitalien. Schon oft habe ich Reaktionen gehört wie "Ih, dass ist einfach widerlich" oder "Das geht aber echt zu weit".
Ich persönlich muss bei solchen Sätzen immer ein wenig schmunzeln. Immerhin spreche ich da von meinem Körper! Und an dem sollte ich möglichst nichts widerlich, ekelhaft oder abstoßend finden. Die wenigsten haben ein Problem damit sich Blut vom Finger zu wischen, wenn sie sich geschnitten haben. Viele stecken den betroffenen Finger sogar in den Mund! Wenn es aber um unsere Mondblutung geht, herrschen andere Regeln. Auch scheint es für einige Frauen ein Problem zu sein ihre Genitalien zu berühren, irgendwie muss man dieses Ding ja schließlich einführen und zum Anfang braucht es ein wenig Geschick und Übung, man muss auch mal nachfühlen, vielleicht nach dem Einführen am Rand entlangstreichen, um zu testen, ob alles sitzt etc. Wem das in der Zeit der Blutung "zu viel" ist, der kann mit der Tasse auch Trockenübungen außerhalb der Blutungszeit machen. Dann sitzt in der Zeit, in der es drauf ankommt, vielleicht jeder Griff schon.

Vielleicht ist es aber auch eine Chance sich seinen Ängsten zu stellen und sich seinem Körper in liebevoller Anteilnahme zuzuwenden, ihn mit Liebe und Zuneigung statt Abscheu zu betrachten. Keine Frau ist schmutzig oder falsch, zu keinem Zeitpunkt des Monats.


Mensschwämmchen
Das Prinzip ist ganz einfach. Das Schwämmchen wird mit warmem Wasser ausgewaschen, schön ausgepresst und dann noch feucht mit dem Finger in die Scheide eingeführt. Dort bleibt es dann je nach Stärke der Blutung einige Zeit (kann durchaus einige Stunden drin bleiben). Danach wird es mit den Fingern herausgeholt (das erfordert zuerst etwas Übung, geht dann aber ganz fix), mit warmen Wasser ausgewaschen und wieder eingeführt. Wenn die Mens um ist, wird das Schwämmchen über Nacht in ein Glas mit Essigwasser gelegt und danach getrocknet und an einem trockenen, staubfreien Ort aufbewahrt. So ein Schwämmchen kann man ca. 6 Zyklen lang benutzen, bis es sozusagen ausgeleiert ist. Man darf es nicht auskochen!

Die Vorteile sind einmal, dass es die Umwelt weniger belastet, weil viel weniger Müll anfällt. Zum Anderen kommt man so sehr gut an sein Blut, wenn man es z.B. opfern möchte, es für rituelle Zwecke nutzen mag oder man es einfach sehr bewusst Mutter Natur zurückgeben möchte. Dazu kann man das Schwämmchen z.B. in einer kleine Wanne oder einer größeren Schale auswaschen und das blutige Wasser der Erde übergeben.

Gesundheitlich gesehen hat das Schwämmchen gegenüber dem herkömmlichen Tampon den Vorteil, dass es die Scheidenschleimhäute nicht austrocknet. Ein Tampon funktioniert nach dem Prinzip, das es alle Flüssigkeit aufsaugt, das Schwämmchen saugt nicht alles trocken, sondern nimmt die Flüssigkeit nur auf und hält sie fest ohne auszutrocknen.

Als Nachteil wäre zu nennen, dass die Schwämme nicht so lange haltbar wie die Menstassen sind, da sie irgendwann durch das Auskochen zur Reinigung porös werden und ersetzt werden müssen. Sie halten nicht so lange "dicht" wie die Tassen, und wenn sie voll sind und man den richtigen Zeitpunkt verpasst, kann auch schon mal etwas durchsickern. Auch kann es unangenehm sein mit dem Schwamm in der Öffentlichkeit unterwegs zu sein. Während man die Menstasse auf einer öffentlichen Toilette auch mit Klopapier auswischen kann um sie wieder einzusetzen, wäre es beim Schwamm schon besser ihn auszuspülen. Einige Frauen tragen für so einen Fall wohl ein mit Wasser gefülltes Marmeladenglas mit sich. Last but not least kann es ein wenig Einsatz und Fingerspitzengefühl erfordern das Schwämmchen wieder raus zu holen, wenn man es entsprechend tief eingeführt hat - und evtl. auch noch ungeübt ist.

Dafür sind sie in der Handhabung erst einmal etwas leichter als die Menstruationstasse, auch bei nicht 100% anatomisch korrektem Sitz merkt man von dem Schwämmchen nichts. 
 

Stoffbinden
Wer sein Mondblut generell lieber fließen lässt, oder zumindest nachts oder an Faulenzer-Couch-Tagen zur Binde greift, der findet auch hier eine ökologische Alternative. Stoffbinden gibt es heute in allen Farben und Formen, mit und ohne Flügel, mit Knopf zum Verschluss für besseren Halt, für starke und für schwächere Tage. Sogar Slipeinlagen aus Stoff findet man. Wer des Nähens mächtig ist, kann sich die praktischen Helfer auch selber nähen. 

 

Bild: Karmindra

 
Literaturtipps:



Die weise Wunde Menstruation von Penelope Shuttle




Interessante Links & Bezugsquellen:





Alternative Menstruationshygiene

Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!

Freitag, 21. Juni 2013

16. Junikalender-Türchen: "Schubladen in unserem Kopf"


Bei der heutigen Bloggerin hat es etwas sehr Merkwürdiges auf sich: Ich bin erst vor einigen Wochen auf Siljas Blog Entspannt glücklich und noch später auf das vegane Pendant Entspannt vegan aufmerksam geworden (Edit: heute zum Glücksplaneten zusammengefasst). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meine 20 Blogger für den Junikalender bereits beisammen, dachte aber immer wieder in den vergangenen Wochen: "Schade, dass ich nicht eher auf Siljas Blog gestossen bin. Beim nächsten Mal fragst du sie!"
Nachdem ich einen kurzfristigen Rücktritt von einem meiner Teilnehmer verbucht hatte, zögerte ich: Sollte ich so knapp vor dem anvisierten Datum noch mit einer Anfrage ankommen? Letztlich sagte ich mir, dass Silja schließlich absagen kann. Tat sie aber nicht, wofür ich ihr unendlich dankbar bin! Anscheinend sollte es so sein. Nicht anders kann ich mir erklären, dass sie mir immer wieder im Kopf herum ging. ;)
Entspannt glücklich befasst sich mit Themen rund um genau dieses Motto: Entspannung, Glück, Kommunikation und Veränderung. Silja wartet immer wieder mit spannenden Studien auf, aber auch mit viel Selbsterfahrung und -versuchen, Büchern, Artikeln zu Yoga und vielem mehr! :) Entspannt vegan meint das, was auch Einfach - Vegan - Leben meint und beinhaltet ein Rundumpaket, was eine entspannte, vegane Lebensweise anbelangt, so wie Silja sie versteht. Tolle Blogs, tolle Frau! 
Ein Riesendankeschön an dich, meine Liebe, dass du eingesprungen bist! Du bist keinesfalls zweite Wahl! :) Und wenn ich ehrlich bin, ist dein Beitrag sehr passend zu dem Umstand, dass wiederholt Blogger bei mir abgeprungen sind. Da darf ich ebenfalls in den Spiegel schauen! ;)
Logo: Silja
Mensch, Mensch, ganz schön aufregend auf einem anderen Blog für eine andere Bloggerin etwas zu schreiben. Gefreut habe ich mich, als Frau Momo mich zum Junikalender eingeladen hat. Denn, ich bin zwar „schon“ seit Oktober letzten Jahres mit meinem Blog aktiv, aber eine Art Routine will sich noch nicht einstellen. Zum Glück eigentlich. Und es ist halt, ich wiederhole mich, noch aufregender für jemand anderen zu schreiben. Es fühlt sich so ähnlich an, wie der Moment, wenn man ein Restaurant vorschlägt und sich dann, wenn man da ist, der ängstliche Gedanke einschleicht, es könnte keinem gefallen. Aber weg mit den Zweifeln - auf jeden Fall eine schöne Idee und hiermit dickes Dankeschön an Frau Momo, ich hab nämlich dank des Kalenders schon einige tolle, neue Blogs gefunden. 
Wer bin ich? Ich bin Silja - verheiratet, drei Kinder und arbeite als Trainerin und Coach. Alles toll also. Tja, und trotzdem (oder gerade deshalb?) scheint mir das Leben manchmal anstrengend. Wo wir schon beim ersten Blog wären. Der dreht sich um mich, mein Leben und das, was ich für mich so lese (ich liebe Psychologie und Ratgeber aller Art), was ich ausgrabe, ausprobiere oder auch geraten bekomme, um es mir einfacher und leichter zu machen. Denn es gab eine Zeit in meinem Leben, die war sehr weit von entspannt entfernt und darum auch ganz schön weit weg von glücklich. Darüber schreibe ich also auf entspannt glücklich. Nebenbei liebe ich auch noch veganes Essen und schlage mich so durch, um es diesbezüglich meiner Essens-verwöhnten Familie recht zu machen – gar nicht so einfach. Alles, was mir hier an Rezepten oder Ideen hilft, auch das Thema Essen entspannt anzufassen, findet Platz auf entspannt vegan. Ich liebe beide Themen. 

Schubladen in unserem Kopf
So, jetzt habt ihr sicher einen ersten Eindruck von mir. Und um Eindrücke soll es auch heute gehen. Ständig haben wir von Menschen einen solchen. Einen ersten Eindruck, einen letzten Eindruck. Und machen uns viele Gedanken, bewusst und unbewusst, damit auch der Eindruck, den andere von uns gewinnen, zu dem passt, was wir zeigen wollen. Aber haben wir darauf wirklich einen Einfluss? Meine schlaue Oma wusste einiges zum dem Thema: „Kind, zieh dich ordentlich an, der erste Eindruck zählt!“ oder: „Kind, verabschiede dich immer nett, das bleibt hängen!“. Es gibt auch zig Studien, die die Macht des ersten und letzten Eindrucks belegen. Dazwischen muss schon ganz schön was passieren, damit das mit dem Eindruck sich noch groß bewegt. Tatsächlich machen wir uns nämlich in Null Komma nix einen Eindruck von jemanden – und, erschreckend aber wahr: wir merken das noch nicht mal. Ich finde das furchtbar. Bemühe ich mich doch so sehr den Menschen mit offenem Herzen, mit Freundlichkeit zu begegnen – und dann – zack! - macht mein Kopf mir einen Strich durch die Rechnung, schiebt jemanden in eine Schublade und ich merke es erst, wenn ich meinen unterkühlten Ton und die hochgezogene Augenbraue bemerke. 

Bild: Silja
Ich habe gelernt, dass das viel mit mir selbst zu tun hat. Irgendwo (leider vergessen, wo) habe ich gelesen, dass das, was wir an anderen nicht mögen, Teile von uns sind, die wir auf die anderen projizieren. Ha! Und dazu habe ich eine kleine Übung, die mir mal viel Spaß gemacht hat und die ich seitdem verbreite. Mir hat sie nämlich geholfen meine eigenen Schubladen besser zu verstehen: Denkt mal an Menschen, die ihr sehr mögt (Namen aufschreiben) und Menschen, die ihr nicht so mögt (auch ruhig die Namen aufschreiben). Ein paar Namen reichen. Und dann überlegt mal, was von dem, was jetzt kommt, passt. Wann mögen wir Menschen? Wann nicht? Und was sagt das über uns und über das, was uns wichtig ist aus? Ich habe folgende Ideen dazu:
Wir mögen oft Menschen,
  • die uns an jemanden erinnern, den wir sehr mögen oder gemocht haben
oder
  • die eine Seite haben, die wir auch gerne hätten. Wir bewundern sie also für diese Seite
oder
  • die eine Seite haben, die wir auch haben und an uns mögen. Dann mögen wir die Ähnlichkeit und ein wenig auch unser Spiegelbild im anderen.
Und wenn wir jemanden nicht mögen? Wir mögen Menschen oft nicht,
  • die uns an jemanden erinnert, den wir gar nicht mögen oder mochten.
oder
  • die etwas tun, was wir nie tun würden. Ein Verhalten, eine Meinung, etwas das wir ablehnen. Vielleicht weil es gegen unsere tiefsten Werte verstößt? Oder weil wir uns das selber nie gestatten würden?
oder
  • die etwas haben, was uns an uns selbst erinnert. Aber leider an eine Seite, die wir an uns kennen und an uns nicht mögen. Dann bekommen wir auch einen kleinen Spiegel vorgehalten, aber der ist leider nicht so angenehm anzuschauen.
oder
  • die etwas haben, was wir gerne für uns hätten. Dann entwickeln wir Neid.
oder
  • die etwas haben/ machen/ denken, was wir auch an uns kennen. Und wir wären gerne die einzigen, die damit glänzen können. Hier empfinden wir Konkurrenz.
Spannend fand ich das. Und: Seit ich für mich klarer habe, warum ich manche Menschen in die unschönen Schubladen stecke und was das über mich aussagt - seitdem ist es besser geworden. Ich kann, wenn ich merke, was ich tue (klappt nicht immer, da will ich mal ehrlich sein), milder schauen. Auf mich und auf die anderen auch. Dazu muss ich nichts anderes tun, als achtsam sein. In dem Moment, wenn ich auf andere treffe. Wahrnehmen, was in mir passiert. Welche Gefühle und Gedanken aufkommen und auch die unschönen (wer ist schon gerne neidisch oder ein Konkurrenzhammel?) zulassen. Dann wird es besser und ich kann die Augenbrauen unten lassen. Ich finde, das ist schon mal was. Auch für die anderen, die können nämlich nicht immer was dafür, oder?


Weitere Junikalender-Beiträge findest du in dieser Übersicht!

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