Sonntag, 14. Mai 2017

BeRUFung leben: Yin Yoga Basismodul mit Stefanie Arend

Ihr Lieben,

nein, ich habe es nicht vergessen: Heute ist Sonntag, und es gibt keinen Sunday Inspiration Beitrag. Als ich dieses Format begann, wusste ich - schließlich kenne ich mich -, dass ich möglicherweise die Lust an einem wöchentlichen Feature verlieren könnte. Früher habe ich mich dafür fertig gemacht, wenn ich einmal Begonnenes nicht radikal durchzog. Heute kann ich voller Freude sehen, dass das nicht mehr so ist. Ich bin einem Impuls gefolgt, und nach einigen Malen spürte ich einfach, dass da kein Fließen mehr war. Warum also weitermachen? Vielleicht gibt es dann und wann mal eine weitere Folge, aber meine Energie geht einfach in eine andere Richtung. Und mit dazu beigetragen hat eindeutig mein Yin Yoga Basismodul mit Stefanie Arend. War das wirklich erst vor einer Woche?


Lebe deinen Traum!
Seitdem ist soviel passiert, das allein für sich genommen schon einen seperaten Blogbeitrag wert ist. Ich mache es kurz: Ich werde mich trauen. Nachdem ich wieder und wieder aus Angst meinen Traum, es mit der hauptberuflichen Selbständigkeit als Yogalehrerin zu versuchen, vertagt habe, hat er sich letztlich nicht abwimmeln lassen. Seit Monaten mache ich Vorbereitungsseminare zur Existenzgründung, visualisiere und affimiere meine beruflichen Träume, und eines Morgens wurde mir die Diskrepanz zwischen dem Vorhaben bewusst, eine Gymnastiklehrer Ausbildung anzustreben anstatt mir und dem Leben zu vertrauen und meiner Vision zu folgen. Es kann schief gehen. Das ist eindeutig eine Option. Aber es kann auch gut gehen. Und ich möchte nicht eines Tages feststellen, dass ich es nicht wenigstens versucht habe. Es ist ein spannender Prozess und ein unsagbar motivierender und kreativer dazu. Ich spüre, wie in mir eine Ruhe einkehrt und eine berufliche Zufriedenheit, denn ich lebe ja bereits in dieses Leben hinein, auch wenn ich meinen Unterhalt davon noch nicht bestreiten kann. Stück für Stück jedoch entwickle ich immer mehr Selbstvertrauen und kann mich mit der Rolle einer Unternehmerin - schönes Wort! - immer mehr identifizieren. Viele Schritte sind nötig, und was sich hier so locker liest, ist natürlich Arbeit. Aber ich sehe endlich Sinn und empfinde Freude, mein Baby großzuziehen. Soviel dazu. 



Wie ich zum Yin Yoga fand
Doch heute soll´s vielmehr Yin Yoga und mein Review der Basis-Ausbildung bei Stefanie Arend gehen.  
Ich weiß noch, wie skeptisch ich war, als ich seinerzeit das erste Mal von Yin Yoga gehört habe. Ich vereine eine etwas eigenwillige Mischung aus großer Begeisterungsfähigkeit bei gleichzeitiger Skepsis gegenüber Trends und Hypes. Es hat etwas gedauert, bis Yin Yoga mein Herz erobert hat, denn ich war damals in der Kundalini Yoga Tradition unterwegs und mental auf einem ganz anderen Trip. Aber ich spürte im Laufe meiner Praxis immer mehr die Sehnsucht danach, dass mein Körper und ich einfach so (unvollkommen) sein durften, wie sie waren. Ich war so müde von all der (körperlichen) Disziplin, mehrstündigen Sadhanas, den wochenlang gleichen Kriyas und davon, mich nicht verbunden zu fühlen. Kundalini Yoga triggerte permanent meine Härte gegen mich selbst, und ich konnte einfach nicht aussteigen, obwohl ich sah, was ich da tat. Ich kann nicht mehr sagen, wie, aber in dieser Zeit hat sich Yin Yoga in mein Leben geschlichen. Zu Beginn fühlte es sich so an, als betröge ich meinen Lebenspartner. Aber mein Körper fand offenbar in den sanften, passiv gehaltenen Yin Yoga Haltungen eine Möglichkeit loszulassen, anzukommen und sich zu nähren, die ich bislang nicht kannte. Und so praktizierte ich immer häufiger - anfangs mit schlechtem Gewissen - Yin Yoga und ließ die Kriyas Kriyas sein. Meine Praxis hat sich seitdem sehr gewandelt, ist viel bedürfnisorientierter, rücksichtsvoller und selbst-verbundener geworden. Ich bin meinem Weg und auch dem Kundalini Yoga aus tiefster Seele dankbar. Beide haben mich viel gelehrt, aber mein Herzenweg war und ist ein anderer. 


Zeit einen Schritt weiter zugehen: Yin Yoga Ausbildung
Seitdem habe ich immer wieder damit geliebäugelt, eine Yin Yoga Fortbildung zu beginnen, aber es war noch nicht an der Zeit, und ich wollte mir bei der Wahl meines Lehrers sicher sein. 
Mit der eigenen Praxis spürte ich, dass mir Stefanies Art der Anleitung einfach gut tat, weil sie Raum zum Wahrnehmen ließ und nicht permanent davon REDETE, in die Stille einzutauchen. ;) Ihr versteht, was ich meine. Jedenfalls kristallisierte sie sich als diejenige, welche heraus, und vor einigen Wochen meldete ich mich für das Basismodul im Juli an. Gleichzeitig ließ ich mich auf die Warteliste setzen. Wenige Tage vor Beginn des Ausbildungswochenendes dachte ich noch bei mir, dass es nun passen würde. Offenbar fand das Universum das auch: Ich bekam meinen Platz und war selig. Stefanie und ich schrieben vorab einige Male hin und her, und mein positiver Eindruck bestätigte sich: Sie ging sehr auf mich ein, zeigte große Empathie und ein Interesse daran, mein So-Sein zu berücksichtigen. Ich fühlte mich sehr gesehen.
Am Samstagmorgen dann machte ich mich durch die idyllisch bergische Landschaft auf meinen Weg nach Lindlar, wo ich mit 19 weiteren Frauen an Stefanies Ausbildungswochenende im wunderschönen Studio Balance teilnehmen würde.  

Es ist schwierig ein ganzes Wochenende einzufangen. Ich versuche es dennoch und schildere euch vorab den Verlauf beider Tage, bevor ich euch meine persönlichen Eindrücke und etwas von meinem Prozess schildere. 


Tag 1:
An jedem Tag begannen wir zur Auflockerung und zum Ankommen mit freiem Tanz zu afrikanischen Beats. Genau davon hatten wir tags zuvor noch gesprochen: von meiner Liebe zum Tanz als Möglichkeit mich zu erden. Danke, Stefanie, für diesen genialen Einstieg! 💖 Nach einer Vorstellungsrunde stiegen wir mit einer ausgedehnten Yin-Yoga-Praxis mit dem Fokus auf Rückbeugen ins eigentliche Thema ein.
Im Anschluss folgte - wie auch am Sonntag - eine ausführliche Besprechung der Sequenz und eine großzügig angelegte Mittagspause - wir waren schließlich im Yin. Durchhetzen? Fehlanzeige. Wir gingen zusammen mit Stefanie essen und sprachen über unsere Erfahrungen mit Yogalehrer-Ausbildungen. Zufall oder nicht: Was ich nicht wusste: Stefanie hat im selben Institut in Köln ihre Grundausbildung absolviert, und ich erkannte in ihrem Anliegen, Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu begleiten und zu wertschätzen, auch meine Mission wieder.
Der Nachmittag galt einerseits der (individuellen) Anatomie, aber auch den Faszien und den Möglichkeiten der Adaption von Yin-Yoga-Haltungen mit Hilfsmitteln.

Tag 2 
... der Yin Yoga Ausbildung wurde mit einer langen Sequenz mit Fokus auf hüftöffnenden Positionen und Vorbeugen eröffnet. Auch diese Stunde wurde ausführlich besprochen, bevor die Mittagspause bereits anstand. Im Anschluss widmeten wir uns "Yin Yoga und TCM: Meridiane, Organe, Sinnesorgane, Emotionen und Funktionen", gefolgt von der sehr praxisorientierten Einheit zum sinnvollen Aufbau von Sequenzen. Dann durften wir selbst dran und in Gruppenarbeit eine eigene Yogastunde entwerfen. Dann war - wie die ganze Zeit eigentlich schon - Raum für offene Fragen, bevor wir unsere Zertifikate erhielten und ein wunderschönes Wochenende seinen Abschluss fand.


Mein Eindruck vom Yin Yoga Basis-Modul
Ich habe Stefanie als eine sehr authentische, freundliche und friedvolle Person erlebt. Anders, wie von anderen Ausbildungen gewohnt, war ich so gar nicht "voll" bei Tagesende, wohl aber gesättigt und genährt. Die Struktur war klar und gleichzeitig weich. Ich nehme an, dass Stefanie - bedingt durch ihre eigene Hochsensibilität - ein gutes Gespür dafür und natürlich auch Erfahrung hat, wie Yin Atmosphäre gestaltet wird. Sie gewährte immer wieder Raum - für Fragen, zum Spüren und Integrieren. Das fiel mir insbesondere postiv auf. Für mich konnte sich alles gut setzen, und mein System war fähig zu folgen, ohne zu dicht zu werden. Auch mich selbst erlebte ich anders: Ich war innerlich ruhiger, weniger im Kopf, sondern im Spüren und in einem weniger anstrengenden Aufnahmemodus. 

Nachwirkungen
Wie tief die Ausbildung wirklich (nach)wirkt(e), erlebte ich zum ersten Mal am Abend des ersten Fortbildungstages: Ich kam nach Hause und hatte plötzlich den Impuls zu einer Rückbeuge. Nicht zu irgendeiner, sondern zum Saddle. Am Nachmittag noch hatte ich dafür zig Kissen und Bolster verwandt und die Hilfsmittel um mich herum und unter mir aufgebaut. Damit gab ich meinem Bedürfnis nach Schutz (in der Haltung) nach und Ausdruck. 


Was also ritt mich da jetzt nur? Doch wenn ich eins gelernt habe, dann: "Folge deiner Intuition". Und so legte ich mich ab, mit nur einer kleinen Decke im Rücken, die Arme nach hinten abgelegt - auch das am Vormittag völlig undenkbar. Bäm! Ich war sprachlos, denn mir war klar, dass ich das dem heutigen Tag, aber natürlich auch meiner Bereitschaft  zu verdanken hatte, (m)eine alte Form und Krücken loszulassen und dass da offenbar noch so viel mehr möglich war. Ich begriff, wie sehr ich mich bereits darin eingerichtet hatte, dass vieles nicht ging und ich mich eben so annehmen musste. Ich hatte irgendwann aufgehört, immer wieder neu Maß zu nehmen und neugierig zu sein auf den Körper, den ich HEUTE traf. Nun, so war es eben. Ich habe dazugelernt.
Ähnlich verblüfft war ich am Montag nach der Ausbildung, als meine Teilnehmer in der Yogastunde dabei unterstützte, das Kamel mit Hilfsmitteln einzunehmen und dann glatt vergaß, dass ich selbst welche brauchte. 😁
Das sind nun sehr konkrete Erlebnisse, und ich kann nur ermessen, was für ein Prozess notwendig war, dass ich meine Schutzmauern (aus Bolstern und Kissen) abbauen konnte. 

 
Ich kann nur Danke sagen und dir Stefanies Ausbildungen wärmstens ans Herz legen, die sie in Lindlar, Köln, Düsseldorf und in der Schweiz anbietet. Sie ist wirklich eine wunderbar undogmatische, liebevolle und humorvolle Lehrerin, die liebt, was sie tut und neben stets aktuellem Know How auch einen profunden Erfahrungsschatz hat. Und sie hat ein wirkliches Interesse zuzuhören - dem Körper und dem, um den es da gerade geht.

Leider etwas unscharf;)

Auf Stefanies Seite findest du weitere Informationen zu ihren Ausbildungen, ihren Büchern und DVD´s. Eine Rezension zu ihrem aktuellen Buch, "Gesund durch Yin Yoga", findest du an dieser Stelle. Vielleicht sehen wir uns ja demnächst auf einer ihrer Ausbildungen?! Mich würd´s freuen.

Dir noch einen famosen Sonntagabend und liebste Grüße,
Frau Momo

Kommentare:

  1. Das ist so wunderbar berührend und herzerwärmend, liebe Yvonne! DANKE für das Teilen deiner Erfahrungen und weiterhin ganz viele heilsame Begegnungen mit Yin Yoga!
    Alles Liebe,
    Stefanie

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    1. Vielen herzlichen Dank dir, du Liebe! <3

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  2. Wow, tolle Beschreibung zum Yin Yoga Kurs von Stefanie Arend - schön, dass es Dir so gut gefallen hat!

    Mario

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    1. Vielen Dank dir für das Feedback! :)
      Lieben Gruß, Frau Momo

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