Montag, 18. September 2017

{Rezension}: Verletzlichkeit macht stark (Brené Brown)

Vor einigen Monaten habe ich euch Brené Browns "Die Gaben der Unvollkommenheit" vorgestellt, ein Buch, das definitiv zu denen gehört, die mich in diesem Jahr am meisten berührt haben, und in dem ich immer wieder neue Aspekte entdecke.
Umso gespannter war ich auf den Frischling "Verletzlichkeit macht stark: Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden", den ich für das Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House rezensieren darf. Herzlichen Dank für das kostenlose Leseexemplar in diesem Zuge an den Goldmann-Verlag.


Cover: Random House Verlagsgruppe/ Goldmann-Verlag


Zur Autorin:
Dr. Brené Brown, wissenschaftliche Forscherin, Bestseller-Autorin, Bloggerin, Vortragsrednerin und Professorin am Graduate College of Social Work in Houston erforscht seit 2003 Themen wie Scham, Verletzlichkeit, Authentiztät und innere Stärke. Eine Auflistung ihrer Bücher findet ihr an dieser Stelle.

Zum Buch:
Brené beginnt ihr im April diesen Jahres erschienenes Buch mit einem Zitat Theodore Roosevelts aus dessen berühmter Rede "Der Mann in der Arena" aus dem Jahr 1910:
"Es ist nicht der Kritiker, der zählt, nicht derjenige, der
aufzeigt, wie der Starke gestolpert ist oder wo der, der Taten
gesetzt hat, sie hätte besser machen können. Die Anerkennung
gehört dem, der wirklich in der Arena ist; dessen Gesicht ver-
schmiert ist von Staub und Schweiß und Blut; der sich tapfer
bemüht; der irrt und wieder und wieder scheitert; der die große
Begeisterung kennt, die große Hingabe, und sich an einer wür-
digen Sache verausgabt; der, im besten Fall, am Ende den Tri-
umph der großen Leistung erfährt; und der, im schlechtesten
Fall des Scheiterns, zumindest dabei scheitert, dass er etwas
Großes gewagt hat..."
Damit landet Brené erst einmal einen emotionalen Treffer bei mir: Während wir damit beschäftigt sind, perfekt und unverwundbar zu werden, bevor wir uns in die Arena wagen, zieht unser Leben vorbei und mit ihm die Chancen und Herausforderungen, denen wir uns nicht stellen - aus Angst. Brené lädt uns ein uns auf das Spiel/ den Kampf in der Arena einzulassen, mitzumachen, anstatt von der sicheren Tribüne aus zu analysieren und zu bewerten, wie "die da unten" sich schlagen. Sie plädiert dafür, uns zu stellen - der Gefahr einer neuen Beziehung, eines schwierigen Gesprächs, einer herausfordernden Arbeit: "Das ist gemeint, wenn wir davon sprechen Verletzlichkeit zuzulassen. Das heißt es, etwas Großes zu wagen," so Brown. 

 

In ihrem neuen Werk untersucht sie, was hinter der Angst vor Verletzlichkeit steht, wie wir uns vor ihr zu schützen suchen und was der Preis dafür ist, auf den "Rängen" zu bleiben, anstatt uns ins Getummel zu begeben. Ebenso widmet sie sich der Frage, wie wir lernen können, die eigene Verletzlichkeit sein zu lassen, so dass ein Wandel geschehen kann, der alle Bereiche unseres Lebens erfassen kann.

Mein Eindruck:
Es gibt Bücher, - wie "Die Gaben der Unvollkommenheit" in meinem Fall - die uns wirklich bewegen: Ich fand in diesem 2012 erschienenen Werk eine ausgewogene Mischung aus persönlicher Perspektive, hilfreichen Anregungen und zudem viele Sätze, die mich lange beschäftigt und nachhaltig geprägt haben. 
Entsprechend hoch war wohl meine Erwartung an Browns "Daring Greatly", zu Deutsch: "Verletzlichkeit macht stark: Wie wir unsere Schutzmechanismen aufgeben und innerlich reich werden" Offen gestanden hat mich dieses vollmundige Versprechen etwas befremdet: "Typisch amerikanisch!" was irgendwie nicht so recht passen wollte zu meinem bisherigen Eindruck von Brené und ihrer Arbeit. Zudem rieb ich mich an der für mich etwas eigenwilligen Interpratation des Original-Untertitels "How the Courage to Be Vulnerable Transforms the Way We Live, Love, Parent, and Lead". Soweit zur 1. "Begegnung". 

Was meine weitere Einschätzung angeht, so muss ich vorwegschicken, dass ich das Buch trotz mehrfacher Anläufe nicht zu Ende gelesen habe, und ich habe mich wirklich bemüht. Insofern bezieht sich diese Rezension eben auch nicht auf das ganze Buch.
Was mir am ersten Werk gut gefiel, war eine sehr klare Gliederung, ein flüssiges Leseempfinden und ein beständiges Ansammeln von Aha!-Momenten, während ich mit Post-It´s und Stift über die Seiten flog. Wie anders war da mein Leseerlebnis bei "Verletzlichkeit macht stark". Ich habe mich hierbei ziemlich verloren gefühlt, zeitweise sogar gelangweilt, und ich fragte mich ernsthaft: Warum hat Frau Brown dieses Buch geschrieben? Es hat sich mir bis heute nicht erschlossen, wenngleich ich einräume, dass sie viele Menschen damit erreicht hat, wenn ich auf die zahlreichen positiven Bewertungen blicke.  


Ich habe mir vielfach die Frage gestellt, was gewesen wäre, wenn ich nicht erst "Die Gaben der Unvollkommenheit" gelesen hätte. Ich wage zu behaupten, dass ich Brenés neustes Baby dennoch nicht besser gefunden hätte, weil mir als unstrukturiert wahrgenommene Schreibe einfach nicht gefällt, während ich vormals regelrecht elektrisiert war. Liegt´s an der deutschen Übersetzung? Dies wurde an anderer Stelle vielfach bemängelt, jedoch fehlt mir der Vergleich mit dem Original.  
Meinem Gefühl nach hätte vieles kürzer gesagt werden können, und ich konnte beim besten Willen nicht festellen, dass den bereits bekannten Aussagen Wesentliches/ Neues hinzugefügt wurde. Die Autorin wiederholt sich zu oft, und bei mir entstand der Eindruck, als wolle sie bewusst lustig sein bzw. sich "lieb Kind machen". Es wirkte auf mich nicht echt, was mich sehr irritiert hat, weil genau hierin für mich eine große Stärke des vormals gelesenen Werkes gelegen hatte.

Negativ fiel mir weiter auf, dass ihre Tipps vor Allem darin bestehen, sich bei Verletzungen und Belastungen mit anderen unterstützenden Menschen auszutauschen, was sicher nicht falsch ist, nur etwas dürftig: Mir fehlen neben Hinweisen zur "Handhabung" kritischer Mitmenschen Strategien zur Selbstfürsorge und eigenständigen Stabilisierung im Umgang mit dem inneren Kritiker. Ihre Ratschläge zur Selbstkritik sind mir persönlich im Verhältnis zu knapp gehalten. Gerade die sind es jedoch, die mich interessiert hätten. Vermutlich haben die Autorin und ich unterschiedliche Ansätze, zumal sie Sozialwissenschaftlerin ist.

Im Rahmen einer Amazon-Rezension bin ich auf die folgende Einschätzung gestoßen, die ich sehr treffend finde: "Es gibt Bücher, die einen nicht vollumfänglich überzeugen, die aber auch nicht so schlecht sind, dass sie keinerlei Erkenntnisgewinn entgegenbrächten - sie sind so etwas wie dazwischen. So ein Buch ist "Verletzlichkeit macht stark". Für mich persönlich hatte es wenig Neues. Hängen geblieben ist "Scham, Scham, Scham." 


Offen gestanden hätte ich am liebsten gar keine Rezension geschrieben. Ich schreibe viel lieber Beurteilungen aus einer begeisterten Warte heraus, anstatt auf dem Rang zu sitzen und zu kritisieren, um zum Eingangszitat zurückzukehren. Schließlich stecken Schweiß, Zeit und Arbeit in so einem Buch. Sorry, Brené.

Wenn ihr nun dennoch Lust habt, euch einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, dann schaut doch mal in die Leseprobe von "Verletzlichkeit macht stark" hinein. Wenn ihr aber eine Empfehlung haben wollt, dann holt euch lieber - ja, auch ich wiederhole mich - "Die Gaben der Unvollkommenheit".😏

Dir noch eine schöne Woche und liebste Grüße, Yvonne

Mittwoch, 6. September 2017

{Yoga-Home-Practice}: Get started! (+ 1 Monat Gratis-Zugang bei Yoga Easy)

„Yoga ist 99% Praxis und 1% Theorie.“ -Pattabhi Jois-



Was habe ich mich schwer damit getan, eine kontinuierliche Yogaroutine zu entwickeln. Schon lange vor Yoga habe ich immer wieder damit gehadert, weil ich nicht an den Dingen dran blieb: Schnell begeistert und vielinteressiert, aber eben auch schnell gelangweilt, flatterhaft und durch den Wind. Immer wieder der Überzeugung, das Ei des Kolumbus gefunden zu haben, sah die Geschichte nach einigen Wochen schon wieder anders aus. Und auch heute noch habe ich meine Wechselbäder mit Struktur, Festigkeit und - ja auch - mit Disziplin. Letztlich ändert eine Yogapraxis, die ich dann eben doch aufgebaut habe, nicht das eigene Temperament. Auch heute noch kippe ich immer wieder raus. Aber was ich doch verinnerlicht habe ist ein Prinzip aus dem Yoga, das mir immer wieder hilft - mal früher, mal später: 

"Aufwachen, wahrnehmen, annehmen, was ist, zurückkehren zur Praxis." 

Vielleicht ist es bei dir weniger die Wechselhaftigkeit (Hey Vatakind!) als deine Bequemlichkeit (hello, Kapha!) oder zu starker Ehrgeiz (Pitta lässt grüßen!), die dir auf der Matte und auch jenseits begegnen - fest steht: Jeder hat seine ganz persönliche Reise, und nichts daran ist verkehrt, sondern schlichtweg Teil des Prozesses.

Wenn es dir schwer fällt, eine persönliche Yogapraxis im Alltag und neben der wöchentlichen Yogastunde zu etablieren, helfen dir vielleicht ein paar meiner Anregungen oder auch die Erfahrungswerte zum Thema "Morgenroutine", die ich in diesem Video geteilt habe:





Da es um DEINE Yogapraxis geht, sollte sie auch dir und deinem Typ entsprechen und zu deinen Lebensumständen passen. Eine wahre Fundgrube an Möglichkeiten findest du bei Yogaeasy, Deutschlands erstem und größtem Online-Yoga-Anbieter mit über 550 Videos rennomierter Lehrer, die stetig ergänzt werden.Es finden sich sowohl Angebote für New Bees als auch erfahrene Yogis, und mit der kostenosen YogaEasy.de App kannst du die Videos auch unterwegs üben. Wie das Ganze funktioniert? Lies dich in die klar verständliche Beschreibung ein.

Zum Schnuppern gibt´s an dieser Stelle einen Gutschein für eine einmonatige Mitgliedschaft. Vielen Dank an dieser Stelle an Yoga Easy und Marijke für das freundliche Angebot!
Im Anschluss an deine Testphase kannst du ohne automatische Verlängerung frei entscheiden, ob Yoga Easy dich auf deinem Yoga-Weg weiter begleiten soll.


Hier geht´s zum kostenlosen, unverbindlichen Probemonat bei Yoga-Easy!

Der oben genannte Link ist gültig bis zum 31.10.2017. Wenn du ihm folgst, dich mit deiner frei gewählten Passwort unverbindlich anmeldest, steht dir vier Wochen lang das volle Angebot zur Verfügung.

Ideen zur Entwicklung/ zum Ausbau deiner Praxis

1. Suche dir eine Form, die dich inspiriert!

Yoga bietet uns ein vielfältiges Spektrum an Übungen, Asanas, Pranayama, Meditation, Mantras singen, Yoga-Nidra, Mudras, Texten... Vielleicht findest du durch eine fordernde Asanapraxis wie Ashtanga oder Vinyasa in die Ruhe. Evtl. magst du es aber auch eher klassisch wie im Hatha Yoga oder fühlst dich durch das nährende Prinzip des Yin Yoga berührt, den ich selbst bevorzugt praktiziere und auch unterrichte. Möglicherweise sind es aber auch die Atemübungen, eine regelmäßige Meditationspraxis oder gar die Mantren, die dir helfen, dich mehr mit dir selbst zu verbinden. Ich persönlich habe viel ausprobiert, bevor ich herausgefunden hatte, was mir wirklich entspricht, und auch das mag sich mit den Lebensphasen immer wieder wandeln. :) Erlaube dir zu experimentieren, aber auch dich einzulassen. :)


2. Be prepared!

So ganz ohne Idee (und bequemer Klamotte und Matte natürlich) wird es am Anfang mit der Self-Practice meist nichts: Ob du dich von deinen Yogastunden inspirieren lässt, von einem Buch, einer CD oder auch Videos bei Youtube oder Onlinestudios (wie eben Yoga Easy) ist eine Frage, was dir entspricht. Auch bebilderte Karten können sehr inspirierend sein, wenn du dir zutraust, deine eigenen Sequenzen zu basteln. Mit der Zeit magst du vielleicht auch intuitiv üben, doch für eine gewisse Zeit kann es sehr hilfreich sein zu wissen, was man denn nun auf der Matte zu tun gedenkt. ;) 

 

3. Plane Yoga fest in deinen Alltag ein!

Als ich begann wirklich regelmäßig zu praktizieren, tat ich das morgens. Grundsätzlich klingt das auch erst mal logisch, weil so viel im Laufe eines Tages dazwiwschen kommen kann und es Sinn macht, morgens mit Yoga in den Tag zu starten: Denn damit legst du eine gute Basis für den Tag und profitierst somit unmittelbar in deinem Alltag von der wohltuenden Wirkung des Yoga.
Offen gestanden übe ich (derzeit) morgens keine Asanas mehr. :D Ich bin in der priviligierten Lage, meinen Tag weitestgehend selbst gestalten zu dürfen, was es tatsächlich NICHT einfacher macht. Denn auch so gibt es genügend Dinge, die sich dem Stiefkind "Kontinuität" in den Weg stellen. Egal, zu welcher Tageszeit wir letztlich üben - morgens vor der Arbeit, in der Mittagspause oder am Abend vor dem Zu-Bett-Gehen: In meiner Welt wird es meistens nichts mit der Yogapraxis, wenn ich sie nicht fest einplane wie eine Verabredung, was es ganz gut trifft. Und nein: Es müssen keine 90 Minuten sein (dürfen es aber gerne). Starte z.B. mit 15 Minuten und lasse diese 15 Minuten zu einer Routine werden. Mit der Zeit praktiziere so lange wie es dir gut tut. Gerade Yoga Easy bietet wirklich tolle Sequenzen von ganz unterschiedlicher Länge wie die kleine Yogapause oder auch mal nur einzelne Asanas


4. Schaffe Raum für deine Yogapraxis!

Nicht jeder hat einen eigenen Yogaraum daheim. Ich auch nicht (das wird noch). Aber dennoch habe ich mir meine Yogaecke geschaffen als eine sichtbare Erinnerung, mir Raum für mich zu nehmen. Wie du das machst, liegt ganz bei dir: Der Eine mag es lieber ganz puristisch, der Nächste braucht mehr "Atmosphäre". Es gibt keine vorgeschriebene Form, wie ein solcher Platz auszusehen hat, und niemanden, der dich zu Räucherstäbchen, Mala und hinduistische Gottheiten verpflichtet, wenn sie dir nicht gefallen. Es kann auf jeden Fall hilfreich sein, deine Matte immer ausgerollt zu lassen und diesen Platz wirklich nur deiner (bitte ungestörten) Praxis vorzubehalten. 

5. Achte auf deine Bedürfnisse!

Mach eine Bestandsaufnahme. Immer wieder: Wie geht es dir? Was braucht dein Körper, dein Geist, um wieder mehr in Balance zu kommen oder auch sie zu erhalten? Je nach Verfassung, Wetter, Zyklus und Lebensphase ist das immer wieder etwas Anderes. Und so sind wir immer wieder aufgefordert zu überprüfen, wie wir uns bestmöglich supporten können. Demnach macht es auch Sinn, eine Vielzahl an Möglichkeiten zu haben, um diesen Bedürfnissen entsprechen zu können. Wie wäre es z.B. mit einem De-Stress-Programm oder einem für deinen Rücken
Beobachte dich zudem in einer normalen Yogastunde: Welche Asanas kannst du mühelos einnehmen? Welche machen dir eher zu schaffen? Es ist prima, Lieblinsgübungen zu absolvieren, integriere aber bewusst auch die Yogapositionen, die dich herausfordern.
Wenn du krank bist, praktiziere z.B. eine Meditation oder Yoga Nidra. Beides funktioniert auch wunderbar im Bett. Selbst ein Hörbuch zur Inspiration oder ein Artikel kann dich mit deiner Praxis verbunden halten.



7. Sei nett zu dir!

LiebeR PerfektionistIN! Bitte gib dir Zeit, um deine Yogapraxis zu entwickeln und überfordere dich nicht mit zu hoch gegriffenen Vorsätzen. Setze dir Ziele, die du - realistisch betrachtet - auch umsetzen kannst. ;)
Und: Selbst wenn du immer wieder rausfällst: No drama, baby! Bleibe freundlich mit dir selbst und beginne einfach wieder von Neuem. 




8. Last, but not least: STARTE! :)



Selbstverständlich ersetzt ein Online-Yoga-Studio nicht den persönlichen Unterricht durch einen qualifizierten Lehrer. Aber es kann eine hervorragende Ergänzung sein, wenn du Yoga auch im Alltag integrieren möchtest. Dann könnte der Gratismonat bei Yoga Easy tatsächlich der nächste Schritt sein. Wenn du dich also ein Stück weit mehr Commitment möchtest, dann melde dich unter diesem Link an und hab´ viel Freude beim Entdecken der Möglichkeiten! <3

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 Alles Liebe, deine Yvonne

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